Häufige Fehler
Fehler, die Lernende tatsächlich machen, nach Thema gruppiert. Jeder zeigt die falsche Form, die Korrektur und verlinkt die Regel, die sie erklärt.
Konjugation
Je faux partir.
Il faut que je parte.
Falloir ist ein unpersönliches Verb: Es existiert nur in der il-Form (il faut, il fallait, il faudra…) und nimmt niemals ein persönliches Subjekt wie je, tu oder nous. Um auszudrücken, dass eine bestimmte Person etwas tun muss, verwendet man il faut que + Subjonctif (Il faut que je parte, 'ich muss gehen') oder il me/te/lui faut + Substantiv (Il me faut du temps, 'ich brauche Zeit'). Formen wie *je faux, *tu fauts gibt es nicht.
Elle s'est faite couper les cheveux.
Elle s'est fait couper les cheveux.
In der kausativen Konstruktion se faire + Infinitiv bleibt das Partizip fait immer unveränderlich, wenn ihm unmittelbar ein Infinitiv folgt, unabhängig vom Geschlecht des Subjekts. Da hier couper auf fait folgt, kann fait sich nicht an das feminine Subjekt elle anpassen: es muss fait bleiben, nicht faite.
Elle préfére le thé.
Elle préfère le thé.
Verben wie préférer ändern das é der letzten Stammsilbe in è, wenn die folgende Endung stumm ist, wie in der il/elle-Form. Préfére behält den falschen Akzent (é); die stumme Endung -e verlangt das offene è: préfère.
Quand tu arriveras, je finirai déjà mon travail.
Quand tu arriveras, j'aurai déjà fini mon travail.
Nach quand verlangt das Französische, wenn eine zukünftige Handlung vor einer anderen abgeschlossen ist, das Futur antérieur (aurai fini) für die vorangehende Handlung, nicht das Futur simple. Finirai drückt lediglich eine zukünftige Handlung aus, ohne ihre Vorzeitigkeit gegenüber arriveras zu markieren; aurai fini drückt aus, dass die Arbeit bei deiner Ankunft bereits erledigt sein wird.
Nous partissons demain.
Nous partons demain.
Partir ist ein -ir-Verb der 3. Gruppe, das kein -iss- nimmt; dieses Infix gehört nur zu regelmäßigen Verben der 2. Gruppe wie finir (nous finissons). Partissons überträgt fälschlich das Muster der 2. Gruppe auf partir; die richtige nous-Form ist partons, gebildet auf dem kurzen Stamm part-.
Ils prendent le bus.
Ils prennent le bus.
Prendre ist ein unregelmäßiges Verb der 3. Gruppe und kein regelmäßiges -re-Verb: Sein Stamm ändert sich im Plural (nous prenons, ils prennent), wobei das n vor der Endung verdoppelt wird. Prendent wendet fälschlich eine regelmäßige -re-Endung auf den Singularstamm prend- an; die richtige 3. Person Plural ist prennent.
J'ai prendu le train.
J'ai pris le train.
Prendre hat ein unregelmäßiges Partizip, pris, das zur -is-Familie gehört; man kann seinem Stamm nicht einfach eine reguläre -é- oder -u-Endung anhängen. Prendu ist kein echtes französisches Wort; das richtige Partizip ist pris (wie compris, mis, assis).
Dès qu'il a eut fini, il sortit.
Dès qu'il eut fini, il sortit.
In der literarischen Erzählung verwendet das Passé antérieur das Hilfsverb im Passé simple (il eut fini), nicht ein Hilfsverb im Passé composé. „A eut“ vermischt das Präsens-Hilfsverb a mit der Passé-simple-Form eut und ist schlicht ungrammatisch; bei einem Hauptsatz im Passé simple (sortit) braucht die vorangehende Handlung einfach eut fini.
Il parlit longtemps.
Il parla longtemps.
Verben auf -er (1. Gruppe) bilden das Passé simple mit der Endungsfamilie -a/-èrent, nicht mit der Familie -it/-irent, die die meisten -ir/-re-Verben verwenden. Parlit übernimmt fälschlich die -it-Endung; die richtige 3. Person Singular von parler ist parla.
La lettre a été écrit par Marie.
La lettre a été écrite par Marie.
Im Passiv wird das Partizip immer mit être verwendet und muss in Geschlecht und Zahl mit dem Subjekt übereinstimmen. Das Subjekt hier ist la lettre (feminin), also muss das Partizip écrite lauten, nicht das maskuline écrit.
Il fallait qu'il finissait son travail.
Il fallait qu'il finît son travail.
Nach einem vergangenen Hauptverb wie il fallait setzt der klassische, literarische Gebrauch das Verb des Nebensatzes in den Subjonctif imparfait, nicht in das Imparfait des Indikativs. Finissait ist schlicht das Imparfait des Indikativs und kann nicht auf il fallait que folgen, das einen Subjonctif verlangt; im literarischen Register lautet die richtige Form der Subjonctif imparfait finît (mit Zirkumflex). Im heutigen gesprochenen oder geschriebenen Französisch wird die Zeitenfolge jedoch gelockert gehandhabt, und man verwendet stattdessen den Subjonctif présent: qu'il finisse.
Je suis content que tu es venu.
Je suis content que tu sois venu.
Der Ausdruck être content que löst den Subjonctif aus, und da die Handlung (kommen) bereits abgeschlossen ist, braucht man den Subjonctif passé: que tu sois venu. Es ist das Präsens des Indikativs von être und kann nicht auf content que folgen; das Hilfsverb muss der Subjonctif sois sein.
Je craignais qu'il n'eut découvert la vérité.
Je craignais qu'il n'eût découvert la vérité.
Nach craindre que im Imparfait verlangt das literarische Französisch den Subjonctif plus-que-parfait, der mit einem Zirkumflex auf dem Hilfsverb geschrieben wird: eût. Eut ohne Akzent ist das Passé simple des Indikativs und gehört zu einem ganz anderen Modus; nur das akzentuierte eût markiert hier den Subjonctif.
Elle nettoye la cuisine.
Elle nettoie la cuisine.
Bei -oyer- und -uyer-Verben wie nettoyer muss das y vor einer stummen Endung wie dem -e der elle-Form zu i werden. Nettoye behält das y, was hier falsch ist; die richtige Präsensform ist nettoie. (Dieser Wechsel ist bei -oyer/-uyer obligatorisch, anders als der fakultative y/i-Wechsel bei -ayer-Verben wie payer.)
Le matin, j'achette du pain.
Le matin, j'achète du pain.
Sowohl lever/acheter als auch appeler/jeter verstärken ein stummes e vor einer stummen Endung zu einem offenen è-Laut, aber durch UNTERSCHIEDLICHE Schreibungen: acheter, lever, mener und peser nehmen è (j'achète, je lève), während appeler und jeter den Konsonanten verdoppeln (j'appelle, je jette). Das Mittel ist lexikalisch und muss pro Verb gelernt werden: acheter verdoppelt sein t nicht (*j'achette ist falsch), und appeler nimmt keinen Akzent (*j'appèle ist falsch).
Si j'aurais su, je serais venu plus tôt.
Si j'avais su, je serais venu plus tôt.
Bei einer auf die Vergangenheit bezogenen Hypothese steht der si-Satz im PLUS-QUE-PARFAIT (si j'avais su), und nur der Hauptsatz (das Ergebnis) steht im Conditionnel passé (je serais venu). Das Französische setzt nach si nie einen Konditional: *si j'aurais ist ein klassischer Fehler. Das Schema lautet: Si + Plus-que-parfait, Conditionnel passé.
En entrant dans la pièce, le téléphone a sonné.
Quand je suis entré dans la pièce, le téléphone a sonné.
Das Gérondif (en + Partizip Präsens) muss dasselbe Subjekt wie das Hauptverb haben und drückt Gleichzeitigkeit, Art und Weise, Mittel oder Bedingung aus. Hier bezieht sich en entrant auf das grammatische Subjekt des Hauptsatzes, le téléphone, sodass der Satz wörtlich sagt, das Telefon sei in den Raum gekommen. Da die beiden Handlungen verschiedene Subjekte haben (ich trete ein, das Telefon klingelt), ist das Gérondif falsch: Man verwendet stattdessen einen Nebensatz mit quand/lorsque/comme und einem konjugierten Verb.
Nous mangons à midi et nous commencons le travail.
Nous mangeons à midi et nous commençons le travail.
Verben auf -ger behalten ein stummes e vor a oder o, um den weichen „sch"-Laut zu bewahren (nous mangeons, je mangeais), und Verben auf -cer nehmen vor a oder o ein Cédille ç, um den weichen „s"-Laut zu erhalten (nous commençons, je commençais). Ohne sie klänge das g wie in gare und das c wie ein k. Die Anpassung erscheint vor allem in der nous-Form des Präsens und im ganzen Imparfait, nie vor e, i oder y.
Quand je suis arrivé, il est déjà parti.
Quand je suis arrivé, il était déjà parti.
Das Plus-que-parfait wird mit dem IMPERFEKT (Imparfait) von avoir oder être plus dem Partizip Perfekt gebildet (j'avais mangé, j'étais parti), nicht mit dem Präsens. Um auszudrücken, dass eine Handlung bereits vor einer anderen vergangenen Handlung geschehen war, muss das Hilfsverb im Imparfait stehen: il était déjà parti. Das Präsens des Hilfsverbs (il est parti) ergibt dagegen ein Passé composé, das nur ein abgeschlossenes vergangenes Geschehen nennt, ohne die Vorzeitigkeit.
Je alle à l'école.
Je vais à l'école.
Obwohl aller auf -er endet, ist es kein regelmäßiges Verb der 1. Gruppe: Es ist hochgradig unregelmäßig und gehört zur 3. Gruppe. Man bildet es nicht auf dem Stamm all- ("je alle"); das Präsens lautet je vais, tu vas, il va, nous allons, vous allez, ils vont. Aller muss man auswendig lernen, es ist kein Musterverb auf -er.
Nous finons à midi.
Nous finissons à midi.
Regelmäßige Verben der 2. Gruppe auf -ir wie finir fügen in allen drei Pluralformen des Präsens -iss- ein: nous finissons, vous finissez, ils finissent. Das -iss- wegzulassen ("nous finons") ist falsch. Genau dieser Infix kennzeichnet die 2. Gruppe, also behält man ihn im gesamten Plural bei.
Me donne le livre !
Donne-le-moi !
Im bejahten Imperativ stehen die Objektpronomen nach dem Verb, mit Bindestrichen verbunden, und me/te werden zu moi/toi: Donne-le-moi ! Das Pronomen vor das Verb zu stellen ("Me donne le livre") gehört zum verneinten Satz bzw. zum Indikativ und ist hier falsch. Im bejahten Imperativ lautet die Reihenfolge Verb + direktes Objekt + indirektes Objekt (le vor moi).
Elle s'a levée à six heures.
Elle s'est levée à six heures.
Alle reflexiven (pronominalen) Verben bilden ihre zusammengesetzten Zeiten mit être, nie mit avoir: elle s'est levée, nous nous sommes lavés. Avoir zu verwenden ("elle s'a levée") ist falsch. Da das Hilfsverb hier être ist, richtet sich auch das Partizip meist nach dem Subjekt (s'est levée), anders als bei avoir.
Il faut que tu fais tes devoirs.
Il faut que tu fasses tes devoirs.
Nach einem Auslöser der Notwendigkeit, des Wollens, des Gefühls oder des Zweifels mit que muss das Verb in den Subjonctif, nicht in den Indikativ. Il faut que verlangt den Subjonctif, also heißt es tu fasses (Subjonctif von faire), nicht tu fais (Indikativ). Da das Englische hier keinen hörbaren Konjunktiv hat, lassen Lernende das Verb oft fälschlich im Indikativ Präsens.
Si j'aurais le temps, je voyagerais.
Si j'avais le temps, je voyagerais.
Nach si, das eine Hypothese einleitet, verwendet das Französische das Imparfait, niemals das Konditional. Das Konditional steht nur im Hauptsatz (dem Ergebnis): Si j'avais le temps (Imparfait), je voyagerais (Konditional). Das Konditional in den si-Satz zu setzen (*si j'aurais) ist ein sehr häufiger Fehler und gilt im Standardfranzösischen als falsch. Merke die Abfolge: si + Imparfait → Conditionnel présent.
Demain je faiserai mes devoirs.
Demain je ferai mes devoirs.
Einige häufige Verben haben einen unregelmäßigen Futurstamm, der den Infinitiv ersetzt; faire verwendet fer-, nicht den Infinitiv faire-. Die Endungen (-ai, -as, -a, -ons, -ez, -ont) sind immer regelmäßig, aber der Stamm muss gelernt werden: être → ser-, avoir → aur-, aller → ir-, faire → fer-, venir → viendr-, voir → verr-. Das Futur simple von faire lautet also je ferai, tu feras, il fera, niemals *faiserai.
Nous finisions nos devoirs.
Nous finissions nos devoirs.
Das Imparfait wird auf dem nous-Stamm des Präsens gebildet, nicht auf dem Infinitiv. Bei finir ergibt nous finissons den Stamm finiss-, daher behalten alle Imparfait-Formen das -iss-: je finissais, nous finissions. Lässt man es weg (finisions), benutzt man den falschen Stamm. Faustregel: nous im Präsens konjugieren, -ons entfernen und die Imparfait-Endungen anhängen.
Elle est parti hier soir.
Elle est partie hier soir.
Mit dem Hilfsverb être richtet sich das Partizip Perfekt in Geschlecht und Zahl nach dem Subjekt, wie ein Adjektiv. Da das Subjekt elle weiblich Singular ist, erhält das Partizip ein feminines -e: partie. Vergleiche ils sont partis (männlich Plural) und elles sont parties (weiblich Plural). Diese Angleichung an das Subjekt erfolgt niemals mit avoir (j'ai parlé bleibt unveränderlich).
Il mange-t une pomme.
Il mange une pomme.
Im Präsens nehmen regelmäßige Verben auf -er in der 3. Person Singular (il/elle/on) die stumme Endung -e, nicht -t. Die drei Singularformen (je mange, tu manges, il mange) klingen identisch; nur die 2. Person wird mit -s geschrieben. Die Endung -t gehört zu den Verben auf -ir und -re (il finit, il prend), niemals zu den -er-Verben.
Je veux à partir, et j'ai décidé partir demain.
Je veux partir, et j'ai décidé de partir demain.
Folgt auf ein konjugiertes Verb ein Infinitiv, verwendet das Französische eines von drei festen Mustern, und das Verb bestimmt, welches. Manche Verben verbinden sich direkt, ohne Präposition (vouloir, pouvoir, devoir, aller, aimer, espérer): je veux partir, nicht „je veux à partir". Andere verlangen à (commencer à, apprendre à, réussir à, aider à) und wieder andere de (décider de, finir de, essayer de, oublier de, refuser de): j'ai décidé de partir, nicht „j'ai décidé partir". Die Präposition gehört zum lexikalischen Eintrag des Verbs und muss Verb für Verb gelernt werden. Zwei häufige Fehler: nach einem Verb mit direktem Infinitiv eine Präposition einzufügen und das erforderliche de/à wegzulassen.
Elle s'est lavé les mains, puis elle s'est lavé.
Elle s'est lavé les mains, puis elle s'est lavée.
Pronominale Verben nehmen immer être, aber das Partizip richtet sich nach dem vorangehenden direkten Objekt, nicht automatisch nach dem Subjekt. In elle s'est lavée ist das Reflexivpronomen se das direkte Objekt, also stimmt das Partizip überein: lavée. In elle s'est lavé les mains ist das direkte Objekt jedoch les mains und steht nach dem Verb, während se nun indirekt ist („sich selbst"); da kein direktes Objekt vorausgeht, bleibt das Partizip unveränderlich: lavé. Dasselbe Verb ergibt also lavée oder lavé, je nachdem, ob ein direktes Objekt folgt. Faustregel: Fragen Sie, was direkt betroffen ist und ob es vor dem Verb steht.
Je suis venu de manger, alors je n'ai pas faim.
Je viens de manger, alors je n'ai pas faim.
Die jüngste Vergangenheit „gerade etwas getan haben" wird mit venir de + Infinitiv gebildet, und venir steht im Präsens, nicht im passé composé: je viens de manger („ich habe gerade gegessen"), nicht „je suis venu de manger", was das Bewegungsverb wäre („ich bin gekommen, um zu essen"). Verwenden Sie das Präsens von venir für etwas, das gerade in Bezug auf jetzt geschehen ist, und das imparfait (je venais de manger) für etwas, das gerade in Bezug auf einen vergangenen Moment geschehen war. Setzen Sie venir hier nie in eine zusammengesetzte Vergangenheit und lassen Sie de nie weg.
Grammatik
Il a répondu très intelligentment et évidentment il avait raison.
Il a répondu très intelligemment et évidemment il avait raison.
Adjektive auf -ant und -ent bilden ihr Adverb nicht dadurch, dass man -ment an das ganze Adjektiv anhängt. Vielmehr wird -ant zu -amment und -ent zu -emment (constant → constamment, évident → évidemment, intelligent → intelligemment, récent → récemment). Ein sehr häufiger Fehler ist, *intelligentment oder *évidentment zu schreiben und das Adjektiv unverändert zu lassen. Beachte, dass beide Endungen gleich ausgesprochen werden, [amɑ̃], obwohl die eine -amment und die andere -emment geschrieben wird. Die einzige häufige Ausnahme ist lentement (von lent), denn lent endet auf -ent, wird aber regelmäßig auf dem Femininum lente gebildet.
Je vais à le médecin, puis au coiffeur, et ce soir à mes parents.
Je vais chez le médecin, puis chez le coiffeur, et ce soir chez mes parents.
Um auszudrücken, dass man zu jemandem nach Hause oder zum Geschäftslokal eines Fachmanns geht, verwendet das Französische chez + eine Person, einen Namen, einen Beruf oder ein betontes Pronomen, nicht à. Es heißt also je vais chez le médecin (zum Arzt), chez le coiffeur (zum Friseur), chez mes parents (zu meinen Eltern), chez moi (zu mir). à mit einer Person zu verwenden (*à le médecin) ist falsch und führt zusätzlich zu dem Fehler, à + le nicht zu au zusammenzuziehen. Behalte à für Orte und Einrichtungen, die durch eine Sache benannt sind (à la pharmacie, au restaurant, à l'école); verwende chez, sobald das Ziel durch die Person benannt wird, die dort wohnt oder arbeitet. Übertragen bedeutet chez auch „unter / im Werk von“: chez les Français, chez Molière.
Elle est venue tout seule et les enfants sont toutes contents.
Elle est venue toute seule et les enfants sont tout contents.
Tout hat drei Verwendungen, und Lernende wählen oft die falsche Angleichung. Als Adjektiv richtet es sich vollständig (tous les jours, toute la nuit); als Pronomen ist es in tout va bien unveränderlich. Der heikle Fall ist das Adverb tout im Sinne von „völlig/sehr“ vor einem Adjektiv: Es ist normalerweise unveränderlich (ils sont tout contents, elle est tout étonnée). Die einzige Ausnahme ist, dass sich das Adverb tout aus Wohlklang vor einem femininen Adjektiv angleicht, das mit einem Konsonanten oder einem aspirierten h beginnt: elle est toute seule, elles sont toutes honteuses. Die Regel kehrt also die naive Erwartung um — man sagt toute seule (feminin + Konsonant, Angleichung), aber tout contents (maskulin, keine Angleichung) und tout étonnée (feminin + Vokal, keine Angleichung).
Mêmes les enfants ont les même droits.
Même les enfants ont les mêmes droits.
Même als Adverb mit der Bedeutung 'sogar' ist unveränderlich: même les enfants ('sogar die Kinder') bekommt nie ein -s, egal was folgt. Mêmes hier zu schreiben behandelt das Adverb fälschlich, als würde es sich wie ein Adjektiv angleichen. Der zweite Teil macht den umgekehrten Fehler: Wenn même 'gleich' bedeutet und als Adjektiv vor einem Pluralnomen steht, muss es sich angleichen: les mêmes droits ('die gleichen Rechte'), nicht les même droits. Die beiden Verwendungen müssen unterschieden werden — unveränderlich für 'sogar', angeglichen für 'gleich'.
Je crains qu'il ne vienne pas. (intended: I'm afraid he'll come)
Je crains qu'il ne vienne.
Nach Verben der Furcht wie craindre que ist das folgende ne oft ein expletives ne: Es trägt für sich genommen keine negative Bedeutung, also bedeutet je crains qu'il ne vienne 'ich fürchte, dass er kommen wird'. Fügt man pas hinzu, wird daraus eine echte Verneinung mit gegenteiliger Bedeutung: je crains qu'il ne vienne pas bedeutet 'ich fürchte, dass er NICHT kommen wird'. Wer ausdrücken will, dass man sein Kommen befürchtet, muss pas weglassen; qu'il ne vienne pas in diesem Sinn zu schreiben ist der Fehler, weil dadurch das Verb versehentlich verneint wird.
Elle est tous contente et ils sont venus tout.
Elle est toute contente et ils sont tous venus.
Dieser Satz vermischt die drei Funktionen von tout. Vor einem femininen Adjektiv, das mit einem Konsonanten beginnt (contente), muss das Adverb tout („völlig“) sich euphonisch angleichen: toute contente, nicht tous contente — tous ist die maskuline Pluralform und kann nicht vor einem femininen Singularadjektiv stehen. Der zweite Teil kehrt den Fehler um: tous venus braucht das Pronomen tous (das sich mit dem Pluralsubjekt ils angleicht und /tus/ ausgesprochen wird), nicht das unveränderliche Adverb tout. Wenn tout als Pronomen „alle“ bedeutet, muss es sich angleichen: ils sont tous venus.
C'est une voiture petite.
C'est une petite voiture.
Die meisten französischen Adjektive stehen nach dem Nomen, aber eine kleine Gruppe kurzer, gebräuchlicher Adjektive (BAGS-Kategorien: Schönheit, Alter, Güte, Größe — petit, grand, joli, jeune, vieux, bon, mauvais usw.) steht davor. petite bezeichnet die Größe und muss deshalb vor voiture stehen: une petite voiture.
Elle est plus bonne en maths que moi.
Elle est meilleure en maths que moi.
bon hat einen unregelmäßigen Komparativ: meilleur(e), nicht plus bon. plus + Adjektiv wird nur bei Adjektiven mit regelmäßigem Komparativ verwendet; bon ist eine Ausnahme, ähnlich wie good/better im Englischen.
J'aime chocolat.
J'aime le chocolat.
Anders als im Englischen behält das Französische den bestimmten Artikel bei, wenn von einem Nomen im allgemeinen oder abstrakten Sinn die Rede ist, etwa bei Vorliebsverben wie aimer, adorer, détester. Er darf nicht weggelassen werden: J'aime le chocolat, nicht J'aime chocolat.
Ce homme est gentil.
Cet homme est gentil.
Vor einem maskulinen Singularnomen, das mit einem Vokal oder einem stummen h beginnt, wird das Demonstrativpronomen ce zu cet (wegen der Liaison): cet homme, cet ami, nicht ce homme.
Il est un médecin.
C'est un médecin.
Wird ein Beruf, eine Nationalität oder ein Substantiv mit einem Artikel (un, une, le, la...) eingeführt, verlangt das Französische c'est und nicht il/elle est. Il est funktioniert nur, wenn das Substantiv allein ohne Artikel steht: il est médecin, aber c'est un médecin.
Je le téléphone ce soir.
Je lui téléphone ce soir.
téléphoner wird mit à konstruiert (téléphoner à quelqu'un), daher muss die betreffende Person durch das indirekte Objektpronomen lui (oder leur) ersetzt werden, niemals durch das direkte Objektpronomen le/la.
Elle porte des chaussures marrons.
Elle porte des chaussures marron.
Farbadjektive, die von Substantiven abgeleitet sind (marron, orange, sowie zusammengesetzte Farben wie bleu marine), sind unveränderlich: Sie stimmen weder in Genus noch in Numerus überein. Man schreibt des chaussures marron, nicht marrons.
Elle est parti hier.
Elle est partie hier.
Mit dem Hilfsverb être stimmt das Partizip Perfekt in Genus und Numerus mit dem Subjekt überein. Elle verlangt die feminine Form partie, nicht das unmarkierte Maskulinum parti.
La chanson que j'ai entendue chanter était belle.
La chanson que j'ai entendu chanter était belle.
Bei einem Partizip Perfekt gefolgt von einem Infinitiv (entendre, voir, laisser faire...) stimmt das Partizip nur dann mit einem vorangestellten direkten Objekt überein, wenn dieses Objekt die Handlung des Infinitivs selbst ausführt. Hier singt la chanson nicht, sie wird gesungen: entendu bleibt daher unveränderlich, nicht entendue.
Je vais au France.
Je vais en France.
Um „nach/in“ ein Land auszudrücken, verwendet das Französische en vor femininen Ländernamen (und vor maskulinen, die mit einem Vokal beginnen) und au vor maskulinen, die mit einem Konsonanten beginnen. France ist feminin und nimmt daher en, nicht au: je vais en France.
Elle s'est lavée les mains.
Elle s'est lavé les mains.
In se laver les mains ist se ein indirektes Objekt (man wäscht sich selbst die Hände) und les mains, das direkte Objekt, steht nach dem Verb, kann also keine Angleichung auslösen. Das Partizip bleibt unveränderlich: lavé, nicht lavée.
Comment va il au travail ?
Comment va-t-il au travail ?
Bei der Inversion werden Verb und Subjektpronomen durch einen Bindestrich verbunden, und wenn eine Verbform der 3. Person auf einen Vokal endet und das Pronomen (il/elle/on) mit einem Vokal beginnt, wird zur Aussprache ein -t- eingefügt: va-t-il, nicht va il.
Je ne sais pas qu'est-ce qu'il veut.
Je ne sais pas ce qu'il veut.
qu'est-ce que wird nur in direkten Fragen verwendet. In einer indirekten Frage nach einem Verb wie savoir verwendet das Französische ce que (oder ce qui für das Subjekt), niemals qu'est-ce que: je ne sais pas ce qu'il veut.
C'est je qui ai raison.
C'est moi qui ai raison.
Nach c'est verlangt das Französische ein betontes Pronomen — moi, toi, lui, elle, nous, vous, eux, elles — und kein Subjektpronomen wie je. Man sagt c'est moi qui ai raison, nicht c'est je qui ai raison.
Vous es très gentil.
Vous êtes très gentil.
Jedes Subjektpronomen verlangt die zu ihm passende Verbendung. vous nimmt immer die vous-Form des Verbs (-ez/êtes), niemals die tu-Form: vous êtes, nicht vous es.
C'est le livre le plus bon de la série.
C'est le meilleur livre de la série.
bon hat einen unregelmäßigen Superlativ, der auf seinem unregelmäßigen Komparativ aufbaut: le/la/les meilleur(e)(s), nicht le plus bon. Man sagt c'est le meilleur livre de la série, nicht le plus bon.
une voiture vert
une voiture verte
Englische Adjektive verändern sich nie, daher lassen Lernende das französische Adjektiv in der bloßen maskulinen Form. Ein französisches Adjektiv muss sich aber nach seinem Substantiv richten: beim femininen Substantiv voiture bekommt vert ein -e und wird zu « une voiture verte ». Man fügt -e für das Femininum und -s für den Plural hinzu (« des voitures vertes »). Die Gewohnheit besteht darin, jedes Mal Genus und Numerus des Substantivs zu prüfen, nicht nur das Adjektiv zu übersetzen.
Je vais à le marché.
Je vais au marché.
Wenn auf à oder de unmittelbar le oder les folgt, müssen die beiden Wörter verschmelzen: à + le = au, à + les = aux, de + le = du, de + les = des. « à le marché » oder « de le voisin » zu schreiben ist immer falsch — man sagt « au marché », « du voisin ». Die Verschmelzung ist obligatorisch, nie optional. Umgekehrt gilt: mit la oder l' gibt es keine Kontraktion, daher bleiben « à la plage » und « de l'eau » zwei Wörter.
Je n'ai pas un chien.
Je n'ai pas de chien.
Nach einem verneinten Verb werden die unbestimmten Artikel un, une und des alle zu einem einfachen de (oder d' vor einem Vokal): « j'ai un chien » wird zu « je n'ai pas de chien », und « des amis » wird zu « pas d'amis ». Das Englische behält hier "a" oder "any", weshalb Lernende un fälschlich stehen lassen. Die einzige Ausnahme ist das Verb être: nach ihm bleibt der Artikel unverändert (« ce n'est pas un chien »), denn die Verneinung leugnet eine Identität, keine Menge.
des chevals
des chevaux
Die meisten französischen Substantive auf -al nehmen im Plural nicht das reguläre -s; sie ändern -al zu -aux. So wird « un cheval » zu « des chevaux », « un journal » zu « des journaux ». Ein -s anzuhängen (« des chevals ») wendet die Standardregel dort an, wo sie nicht gilt. Achtung aber bei einer kleinen Gruppe, die das reguläre -s behält: « un bal » → « des bals », « un festival » → « des festivals ».
Marie aime sa mari.
Marie aime son mari.
Im Englischen richtet sich "his/her" nach dem Besitzer, daher wählen Lernende sa für eine Frau wie Marie. Französische Possessive richten sich aber nach dem besessenen Ding, nicht nach dem Besitzer: mari ist maskulin und nimmt deshalb son, ganz gleich, wem es gehört — « Marie aime son mari », « Paul aime son mari ». Ebenso bedeuten son / sa / ses zugleich "sein" und "ihr". Man muss stets auf das folgende Substantiv schauen, nicht auf die besitzende Person.
Je vois le.
Je le vois.
Anders als im Englischen lässt das Französische das Objektpronomen nicht hinter dem Verb stehen. Das direkte Objektpronomen (me, te, le, la, nous, vous, les) steht unmittelbar vor dem konjugierten Verb: « je le vois », nicht « je vois le ». Die englische Wortstellung ("I see it") verleitet Lernende dazu, das Pronomen hinter das Verb zu setzen, aber im Französischen darf dort nur ein Substantivobjekt stehen — ein Pronomen rückt davor. Bei einem Infinitiv steht das Pronomen direkt vor diesem Infinitiv: « je veux le voir ».
le table
la table
Das Englische kennt kein grammatisches Geschlecht, daher behandeln Lernende oft jedes Substantiv als maskulin und greifen automatisch zu le. Aber table ist feminin: « la table ». Das Genus ist eine feste Eigenschaft jedes Substantivs, keine Ratesache, und es bestimmt den Artikel sowie jedes Adjektiv. Die sichere Gewohnheit ist, jedes neue Substantiv zusammen mit seinem Artikel zu lernen: « une table », nie nur « table ».
J'ai ne pas mangé.
Je n'ai pas mangé.
In zusammengesetzten Zeiten wie dem passé composé muss ne … pas das konjugierte Hilfsverb (avoir oder être) umschließen, nicht das Partizip. Es heißt also « je n'ai pas mangé », mit ne vor ai und pas danach; das Partizip mangé bleibt am Ende. ne hinter das Subjekt zu setzen oder pas um das Partizip zu legen (« j'ai mangé pas ») ist falsch. Merke: ne und pas umklammern das konjugierte Verb, das in einer zusammengesetzten Zeit das Hilfsverb ist.
Je ne mange pas du pain.
Je ne mange pas de pain.
Nach einer Verneinung werden die Teilungsartikel du / de la / de l' / des zu einem einfachen de (oder d' vor einem Vokal) reduziert. Die Verneinung hebt die Vorstellung einer Menge auf, daher sagt man « je ne mange pas de pain » und nicht « pas du pain ». Diese Regel gilt nicht nach être: « ce n'est pas du pain » behält du, weil hier keine Menge, sondern eine Identität verneint wird.
Tu penses à ta sœur ? Oui, j'y pense.
Tu penses à ta sœur ? Oui, je pense à elle.
Das Pronomen y ersetzt à + eine Sache oder einen Ort, niemals à + eine Person. Bei penser à in Bezug auf eine Person behält man die Präposition und verwendet ein betontes Pronomen: « je pense à elle » (oder à lui / à eux). « j'y pense » über eine Person zu sagen ist falsch — y ist Sachen und Orten vorbehalten (j'y pense = ich denke daran, z. B. an das Projekt). Vergleiche « Tu vas à Paris ? J'y vais » (Ort, y ist korrekt).
Qu'est-ce qui tu veux ?
Qu'est-ce que tu veux ?
Die langen Frageformen mit qu'est-ce kodieren die grammatische Funktion, nicht die Bedeutung. Qu'est-ce qui fragt nach dem Subjekt des Verbs (nichts steht vor dem Verb): « Qu'est-ce qui se passe ? ». Qu'est-ce que fragt nach dem direkten Objekt und wird von einem Subjekt + Verb gefolgt: « Qu'est-ce que tu veux ? ». Da tu hier das Subjekt ist, muss man qu'est-ce que verwenden. Einfacher Test: Folgt ein Subjektpronomen, nimmt man qu'est-ce que; folgt direkt das Verb, nimmt man qu'est-ce qui.
Je préfère celui-ci, mais celui est plus cher.
Je préfère celui-ci, mais celui-là est plus cher.
Das veränderliche Demonstrativpronomen celui (sowie celle / ceux / celles) kann nie völlig allein stehen: Es muss von -ci oder -là, von de + Substantiv oder von einem Relativsatz (qui / que / dont…) gefolgt werden. Ein bloßes « celui » ist ungrammatisch. Man sagt also celui-ci / celui-là, celui de Paul oder celui qui parle. Verwechseln Sie es nicht mit dem unveränderlichen neutralen Pronomen ce / c' (c'est) oder ça, die einen ganzen Gedanken ersetzen, nicht ein bestimmtes Substantiv.
Ta voiture est rouge ; le mien est bleu.
Ta voiture est rouge ; la mienne est bleue.
Ein Possessivpronomen (le mien, le tien, le sien…) richtet sich in Genus und Numerus nach dem besessenen Ding, nicht nach dem Besitzer — das englische "mine/yours" zeigt das nicht, daher greifen Lernende zum maskulinen le mien. Hier ist das ersetzte Substantiv voiture (feminin Singular), man braucht also la mienne, und auch das Adjektiv bleue muss kongruieren. Die Formen lauten le mien / la mienne / les miens / les miennes, ebenso für tien, sien, dazu le/la nôtre, le/la vôtre, le/la leur.
Tu veux du café ? Oui, je veux.
Tu veux du café ? Oui, j'en veux.
Das Französische kann das Objekt nicht einfach weglassen wie das Englische ("Yes, I want some"). Wird das Nomen durch du / de la / des, eine Zahl oder einen Mengenausdruck eingeleitet, muss es mit en vor dem Verb wieder aufgenommen werden: j'en veux, j'en ai trois, j'en veux beaucoup.
C'est un projet à lequel je pense souvent.
C'est un projet auquel je pense souvent.
Die Präposition à verschmilzt mit lequel und seinen Pluralformen: à + lequel = auquel, à + lesquels = auxquels, à + lesquelles = auxquelles (aber à + laquelle bleibt unverändert). Die Formen à lequel / de lequel kommen nie vor. Ebenso bei de: de + lequel = duquel, de + lesquels = desquels.
Je lui le donne.
Je le lui donne.
Vor dem Verb steht das direkte Objektpronomen le / la / les vor dem indirekten lui / leur, obwohl bei den Kombinationen mit me/te/nous/vous die indirekte Form zuerst kommt. Die feste Reihenfolge lautet me/te/se/nous/vous → le/la/les → lui/leur → y → en; es heißt also le lui, nicht lui le.
Le livre qui je lis est passionnant.
Le livre que je lis est passionnant.
Die Wahl zwischen qui und que hat nichts mit Person vs. Sache zu tun (anders als im Englischen who/which). Sie hängt von der grammatischen Funktion im Relativsatz ab: qui ist Subjekt (gefolgt von einem Verb), que ist direktes Objekt (gefolgt von Subjekt + Verb). Hier ist je das Subjekt, also braucht man das Objektpronomen que; que wird vor Vokal zu qu' elidiert, qui hingegen nie.
Je ne mange pas rien.
Je ne mange rien.
Wörter wie rien, jamais, personne, plus und aucun ersetzen bereits pas — sie sind selbst das Verneinungselement, daher darf man pas nicht zusätzlich hinzufügen. Man sagt « je ne mange rien » (ich esse nichts), nie « je ne mange pas rien », was buchstäblich zwei Verneinungen stapeln würde. Behalte ne vor dem Verb und setze genau ein Verneinungswort dahinter. Das einzige Wort, das sich mit ihnen verbindet, ist plus im Sinne von 'nichts mehr', wie in « je ne mange plus rien » (ich esse nichts mehr), wo plus und rien zwei verschiedene Ideen ausdrücken und kein verdoppeltes pas.
Les fleurs que j'ai acheté sont belles.
Les fleurs que j'ai achetées sont belles.
Mit dem Hilfsverb avoir richtet sich das Partizip nur dann nach dem direkten Objekt, wenn dieses vor dem Verb steht. Hier vertritt das Relativpronomen que les fleurs (feminin Plural) und steht vor j'ai acheté, also muss das Partizip übereinstimmen: achetées. Lernende lassen es oft unverändert (« que j'ai acheté »), weil die Übereinstimmung meist stumm ist, aber in der Schrift ist sie Pflicht. Der umgekehrte Fehler ist die Übergeneralisierung: keine Übereinstimmung, wenn das Objekt folgt (« j'ai acheté des fleurs »), auch nicht mit einem indirekten Objekt oder mit en.
J'ai commencé de travailler et je vais finir à manger.
J'ai commencé à travailler et je vais finir de manger.
Viele französische Verben verlangen vor einem folgenden Infinitiv eine feste Präposition, und à und de sind nicht austauschbar. Manche Verben nehmen à (commencer à, apprendre à, réussir à, aider à), andere de (finir de, décider de, essayer de, oublier de), und einige keines von beiden (vouloir, pouvoir, devoir + bloßer Infinitiv). Die Wahl ist lexikalisch, nicht logisch, und muss mit jedem Verb gelernt werden. Ein häufiger Fehler ist das Vertauschen, etwa « commencer de » oder « finir à »; richtig sind commencer à faire und finir de faire. Im Zweifel behandle die Präposition als Teil des Wörterbucheintrags des Verbs.
Il faut que tu fais tes devoirs.
Il faut que tu fasses tes devoirs.
Nach einem Auslöser der Notwendigkeit, des Willens, der Emotion oder des Zweifels mit folgendem que muss das Verb im Nebensatz im Subjonctif stehen, nicht im Indikativ. Il faut que drückt Notwendigkeit aus und verlangt daher den Subjonctif: « il faut que tu fasses », nicht « tu fais ». Lernende greifen reflexartig zum vertrauten Präsens Indikativ, weil der Subjonctif ungewohnt aussieht, doch der Auslöser erzwingt den Modus. Dasselbe gilt nach vouloir que, exiger que, être content que, avoir peur que, douter que und Konjunktionen wie bien que, pour que, avant que und jusqu'à ce que.
Gebrauch
J'ai quatre-vingts-deux ans et il y a septante personnes.
J'ai quatre-vingt-deux ans et il y a soixante-dix personnes.
Zwei klassische Fehler bei den Zahlen. Erstens fällt das -s von quatre-vingts (80) weg, sobald eine weitere Zahl folgt: quatre-vingts allein, aber quatre-vingt-deux, quatre-vingt-dix. Zweitens gibt es im Standardfranzösischen (Frankreich) kein septante: 70 heißt soixante-dix und 90 quatre-vingt-dix. Septante und nonante kommen nur in Belgien und der Schweiz vor (mit huitante für 80 in Teilen der Schweiz). Die Regel: In Frankreich liest man 70-99 als Summen (60+10, 4x20, 4x20+10), und das -s bei vingt bleibt nur, wenn 80 allein steht.
Je travaille pour que je réussis.
Je travaille pour réussir.
Finalkonnektoren verteilen sich auf zwei Konstruktionen. Ist das Subjekt des Zwecks dasselbe wie das des Hauptverbs, verwendet das Französische pour / afin de + Infinitiv, ohne que: « Je travaille pour réussir. » Die Konjunktionen pour que und afin que stehen nur bei einem Subjektwechsel und verlangen den Subjonctif: « Je travaille pour que mes enfants réussissent. » Der Fehler ist hier doppelt: pour que bei ein und demselben Subjekt zu verwenden und dann das Verb in den Indikativ zu setzen (« je réussis ») statt in den Subjonctif. Dieselbe Subjonctif-Pflicht gilt für die Konzessivkonjunktionen bien que und quoique (« bien que ce soit difficile »), während malgré mit einem Nomen steht, nicht mit einem Satz (« malgré la difficulté »).
Il a dit qu'il est fatigué.
Il a dit qu'il était fatigué.
Steht das einleitende Verb in einer Vergangenheitsform (« il a dit », « elle a expliqué »), muss die Zeit des wiedergegebenen Satzes zurückverschoben werden. Ein Präsens wird zum Imparfait: « Je suis fatigué » wird wiedergegeben als « Il a dit qu'il était fatigué », nicht « qu'il est fatigué ». Die vollständige Zeitenverschiebung lautet: Präsens → Imparfait, Passé composé → Plus-que-parfait, Futur simple → Conditionnel présent, Futur antérieur → Conditionnel passé. Lernende lassen das ursprüngliche Präsens oft unverändert, wie es das umgangssprachliche Englische bisweilen tut, doch das Standardfranzösische verlangt die Verschiebung nach einem Einleitungsverb in der Vergangenheit. Bei einem Einleitungsverb im Präsens entfällt die Verschiebung (« Il dit qu'il est fatigué »).
Si j'aurais le temps, je viendrais.
Si j'avais le temps, je viendrais.
Das Verb nach si in einem Bedingungssatz steht nie im Konditional oder Futur: si verträgt sich nicht mit dem Konditional. Für eine irreale Annahme in der Gegenwart verwendet das Französische si + Imparfait im Nebensatz und das Conditionnel présent im Hauptsatz (dem Ergebnis): « Si j'avais le temps, je viendrais. » Lernende übertragen das englische Muster « If I would have time » und schreiben *si j'aurais, doch das Konditional gehört nur in den Hauptsatz. Ebenso verwendet man für eine reale Bedingung si + Präsens, gefolgt von Präsens, Futur oder Imperativ (« Si tu veux, on y va »), und für eine irreale Annahme in der Vergangenheit si + Plus-que-parfait, gefolgt vom Conditionnel passé (« Si j'avais su, je serais venu »).
Je te manque. (intending: I miss you.)
Tu me manques. (I miss you.)
Bei manquer im Sinne von „jemanden vermissen“ vertauscht das Französische die Rollen gegenüber dem Englischen. Die vermisste Person ist das grammatische SUBJEKT, und die vermissende Person ist ein indirektes Objekt (à + Nomen oder die Pronomen me, te, lui, nous, vous, leur). So bedeutet « Tu me manques » wörtlich „du fehlst mir“ = „ich vermisse dich“. Der Satz « Je te manque » ist völlig korrektes Französisch, heißt aber das Gegenteil: „du vermisst mich“. Ein verlässlicher Trick ist, vom Englischen her rückwärts zu bauen: Man nimmt das Objekt von „miss“ (you), macht es zum französischen Subjekt (tu), und das englische Subjekt (I) wird zum indirekten Pronomen (me): I miss you → tu me manques.
Je n'ai pas que dix euros. (intending: I only have ten euros.)
Je n'ai que dix euros. (I only have ten euros.)
Die Struktur ne … que bedeutet „nur“; sie ist eine Einschränkung, keine Verneinung, und steht daher ohne pas. Für „ich habe nur zehn Euro“ verwendet man « Je n'ai que dix euros » — ein pas hinzuzufügen ändert die Bedeutung. « Je n'ai pas que dix euros » ist grammatisch, heißt aber „ich habe nicht NUR zehn Euro“ (ich habe mehr). Beachten Sie auch, dass que unmittelbar vor dem eingeschränkten Wort steht, nicht neben dem Verb: « Il ne mange que des légumes » (er isst nur Gemüse) gegenüber « Il ne mange des légumes que le soir » (er isst Gemüse nur abends). Lässt sich der Gedanke durch seulement ersetzen, ist genau ne … que — ohne pas — gemeint.
Il y a beaucoup des livres sur la table.
Il y a beaucoup de livres sur la table.
Mengenadverbien wie beaucoup, un peu, assez, trop, plus, moins, autant und tant werden mit ihrem Nomen durch das einfache, unveränderliche Wort de verbunden — nie durch de + Artikel. Es heißt also « beaucoup de livres » (viele Bücher), nicht « beaucoup des livres ». Das de verschluckt jeden Artikel, den das Nomen sonst trüge: der Teilungsartikel du / de la / des und der unbestimmte Artikel un / une / des entfallen nach diesen Ausdrücken. Vor Vokal oder stummem h wird de zu d' verkürzt (« beaucoup d'eau »). Achtung auf einige feste Wendungen, die den Artikel doch behalten — bien des (viele), la plupart des (die meisten) und encore du / de la (noch mehr) —, doch die Grundregel lautet de allein.
Quel belle maison !
Quelle belle maison !
Quel ist ein Ausrufe-Adjektiv, das in Genus und Numerus mit dem folgenden Substantiv übereinstimmen muss, und darf nicht in der maskulinen Form verharren. maison ist feminin, daher lautet die richtige Form quelle: Quelle belle maison ! Vergleichen Sie quel beau jardin (maskulin) und quelles belles maisons (feminin Plural).
Mon anniversaire est le un janvier.
Mon anniversaire est le premier janvier.
Französische Datumsangaben verwenden nach le eine Kardinalzahl (le 2 janvier, le 3 janvier), aber der 1. eines Monats ist die einzige Ausnahme: Er nimmt die Ordnungszahl le premier, niemals le un. Sagen Sie le premier janvier, le premier mai usw. für jeden Monat.
C'est Marie que a payé.
C'est Marie qui a payé.
In einem Spaltsatz hängt die Wahl zwischen qui und que von der Funktion des hervorgehobenen Wortes im folgenden Nebensatz ab, nicht davon, ob es eine Person ist. Hier ist Marie das SUBJEKT von a payé, also muss der Rahmen c'est … qui lauten: C'est Marie qui a payé. Que dient nur zur Hervorhebung eines Objekts oder einer Ergänzung (C'est ce livre que je veux).
Attention, tu tomberas !
Attention, tu vas tomber !
Für etwas, das sichtbar gleich passiert, verwendet das Französische das futur proche (aller + Infinitiv), nicht das futur simple. Das futur simple stellt eine Handlung als fern oder abstrakt dar, was bei einem unmittelbar bevorstehenden Sturz seltsam klingt: Attention, tu vas tomber !, nicht tu tomberas.
J'habite ici il y a deux ans.
J'habite ici depuis deux ans.
Il y a + Dauer bedeutet „vor“ und verweist auf ein abgeschlossenes vergangenes Ereignis, was mit dem Präsens habite kollidiert, das zeigt, dass die Wohnsituation noch andauert. Für eine bis jetzt fortdauernde Dauer verwendet das Französische depuis (oder ça fait … que / il y a … que) mit dem PRÄSENS: J'habite ici depuis deux ans.
Salut monsieur, tu peux m'aider ?
Bonjour monsieur, vous pouvez m'aider ?
Vous ist das höfliche Singular, das bei Fremden, älteren Personen oder jedem, den man mit Distanz oder Respekt behandelt, verwendet wird — monsieur signalisiert genau diese Beziehung. Tu und der lockere Gruß salut gehören zu Menschen, denen man nahesteht. Solange das Siezen nicht zugunsten des Duzens aufgegeben wird (on peut se tutoyer ?), grüßen Sie einen Fremden mit bonjour und sprechen Sie ihn mit vous an.
J'sais pas si j'peux venir.
Je ne sais pas si je peux venir.
J'sais pas lässt das ne der Verneinung weg und zieht je zusammen, was im lockeren Gespräch unter Freunden normal ist, in einem förmlichen Brief aber fehl am Platz. Das schriftliche, förmliche Register verlangt die vollständige Verneinung ne … pas und das nicht zusammengezogene Subjektpronomen: Je ne sais pas si je peux venir.
Je savais qu'il viendra.
Je savais qu'il viendrait.
Steht das Hauptverb in der Vergangenheit (je savais), muss ein Ereignis im que-Nebensatz, das gegenüber diesem vergangenen Moment zukünftig ist, zurückverschoben werden: Das futur simple wird zum conditionnel présent und drückt „Zukunft in der Vergangenheit“ aus. Viendra muss also zu viendrait werden: Je savais qu'il viendrait.
J'ai habité ici depuis trois ans.
J'habite ici depuis trois ans.
Wenn eine Situation in der Vergangenheit begann und noch andauert, verwendet das Französische mit depuis das PRÄSENS, nicht eine Vergangenheitsform wie das Englische. Man sagt « j'habite ici depuis trois ans ». Das passé composé « j'ai habité » würde bedeuten, dass man dort nicht mehr wohnt. Verwenden Sie hier auch nicht pendant oder pour: depuis ist das Wort für eine bis jetzt andauernde Handlung.
Quand je suis entré, elle a lu un livre.
Quand je suis entré, elle lisait un livre.
Im Unterbrechungsmuster steht die laufende Hintergrundhandlung im imparfait und das eintretende Ereignis im passé composé. « Elle lisait » beschreibt die laufende Szene; « elle a lu » würde bedeuten, dass sie in dem Moment ein ganzes Buch gelesen hat, und macht aus dem Hintergrund ein abgeschlossenes Ereignis.
Kontraste
Je suis mangé une pomme.
J'ai mangé une pomme.
manger bildet das passé composé mit avoir, nicht mit être. Verwenden Sie être als Hilfsverb nur bei der kleinen Gruppe von Verben der Bewegung bzw. Zustandsänderung (aller, venir, partir, devenir, …) und bei allen reflexiven Verben.
Il la vu la, sur la table.
Il l'a vu là, sur la table.
Drei gleich klingende Wörter /la/ werden vermischt. « la » (ohne Akzent) ist der Artikel oder das direkte Objektpronomen (la table; je la vois). « là » (Gravis) ist das Adverb „dort" oder eine hinweisende Verstärkung (celui-là). « l'a » ist das elidierte Pronomen l'/la plus a (das Verb avoir), vor einem Partizip: il l'a vu = er hat es gesehen. Die Regel: gefolgt von einem Partizip -> l'a; bezeichnet einen Ort oder „jener" -> là; sonst der neutrale Artikel/das Pronomen -> la.
Je leurs parle tous les jours.
Je leur parle tous les jours.
Vor einem Verb ist leur das indirekte Objektpronomen mit der Bedeutung „ihnen", und es ist unveränderlich: Es bekommt nie ein -s, ganz gleich, wie viele Personen gemeint sind. Ein -s (« je leurs parle ») verwechselt es mit dem Possessivbegleiter leurs („ihre", wie in leurs amis), der nur vor einem Substantiv steht und sich danach richtet. Die Regel: leur direkt am Verb = Pronomen, immer leur; leur direkt an einem Plural-Substantiv = Possessiv, leurs.
Ce livre est plus bon, et elle écrit meilleur que moi.
Ce livre est meilleur, et elle écrit mieux que moi.
Das englische „better" verbirgt zwei französische Wörter, und *plus bon gibt es nicht. bon ist ein Adjektiv, sein Komparativ ist also das unregelmäßige meilleur, das sich richtet (meilleur/meilleure/meilleurs/meilleures) und ein Substantiv beschreibt: ce livre est meilleur. bien ist ein Adverb, sein Komparativ ist also das unveränderliche mieux, das ein Verb modifiziert: elle écrit mieux. Die Regel: ein Substantiv beschreiben (ein besseres X) -> meilleur; sagen, dass eine Handlung besser geschieht -> mieux; niemals plus bon oder plus bien.
J'ai vécu à Lyon pendant cinq années.
J'ai vécu à Lyon pendant cinq ans.
Nach einer reinen Zahl verwendet das Französische die maskuline Einheit an, nicht année: « cinq ans », « deux ans ». Die -ée-Form (année) steht für einen Zeitraum, den man mit einem Adjektiv näher bestimmt oder beschreibt (« une année difficile », « toute l'année »). Die Regel: bloße Zählung nach einer Zahl -> an; näher bestimmter oder beschriebener Zeitraum -> année. (Année folgt einer Zahl, wenn es selbst näher bestimmt ist, z. B. « les cinq belles années passées là-bas ».)
Elle parle bon français.
Elle parle bien français.
Um auszudrücken, wie eine Handlung ausgeführt wird, braucht das Französische das Adverb bien (unveränderlich), nicht das Adjektiv bon. « Elle parle bien français » = sie spricht gut Französisch. Bon ist ein Adjektiv, das ein Substantiv näher bestimmt und sich danach richtet (un bon film, une bonne idée). Die Regel: ein Verb modifizieren (wie?) -> bien; ein Substantiv beschreiben (was für ein?) -> bon.
Je connais nager.
Je sais nager.
Um auszudrücken, dass man etwas zu tun versteht, verwendet das Französische savoir + Infinitiv: « je sais nager » (ich kann schwimmen). Connaître steht nie mit einem Infinitiv oder Nebensatz; es folgt direkt ein Substantiv (eine Person, ein Ort, eine Sache): « je connais Paris ». Die Regel: Fähigkeit oder Tatsache -> savoir; Vertrautheit mit einem Substantiv -> connaître.
J'amène mon livre à l'école.
J'apporte mon livre à l'école.
amener wird für Personen und Tiere verwendet, die selbst gehen können; ein Buch (livre) ist ein unbelebter Gegenstand, den man tragen muss, daher ist apporter das richtige Verb, nicht amener.
Je suis sur qu'il viendra.
Je suis sûr qu'il viendra.
sûr („sicher/gewiss") ist ein Adjektiv, das seinen Zirkumflex braucht, um sich von der unveränderlichen Präposition sur („auf") zu unterscheiden; ohne den Akzent würde „je suis sur" unsinnig „ich bin auf [etwas]" bedeuten.
Il vient d'en deux minutes.
Il vient dans deux minutes.
dans ist die Präposition, die vor einer Zeitangabe steht („in zwei Minuten"); auf d'en (de + das Pronomen en) kann nur ein Verb oder ein Adverb folgen, niemals direkt eine Nominalphrase wie deux minutes.
J'écoute du bruit dans la rue.
J'entends du bruit dans la rue.
Straßenlärm ist etwas, das einfach an die Ohren dringt, kein Klang, dem man absichtlich zuhört; deshalb braucht es hier entendre („hören"), nicht écouter („zuhören"), das gezielte Aufmerksamkeit voraussetzt.
J'ai travaillé tout le jour.
J'ai travaillé toute la journée.
um die gesamte, mit Tätigkeit gefüllte Zeitspanne eines Tages zu beschreiben, besonders mit tout(e), verwendet das Französische die feminine -ée-Form journée, nicht die kurze Zählform jour; beachten Sie auch die Übereinstimmung toute la (feminin), nicht tout le.
Il est petit mes très fort.
Il est petit mais très fort.
die Konjunktion des Gegensatzes „aber" wird mais geschrieben; mes ist das Possessivpronomen im Plural „meine", was hier keinen Sinn ergibt, da kein pluralisches Substantiv folgt.
Il a quitté à huit heures.
Il est parti à huit heures.
quitter ist streng transitiv und muss von einem direkten Objekt gefolgt werden, das benennt, was verlassen wird; es kann daher nicht allein mit einer bloßen Zeitangabe stehen. Um zu sagen, dass jemand einfach ohne Objekt aufgebrochen ist, verwendet man partir (Hilfsverb être): il est parti à huit heures. (Will man quitter beibehalten, muss man ein Objekt hinzufügen: il a quitté le bureau à huit heures.)
Il est arrivé plutôt que prévu.
Il est arrivé plus tôt que prévu.
der Satz vergleicht zwei Zeitpunkte (Ankunftszeit und geplante Zeit), was den zweiteiligen Komparativ plus tôt („früher") erfordert; plutôt (ein Wort) bedeutet „eher/stattdessen" und hat nichts mit der Zeit zu tun, es kann sich hier also nicht mit que prévu verbinden.
Je suis près à partir.
Je suis prêt à partir.
„bereit sein, etwas zu tun" erfordert das Adjektiv prêt (das übereinstimmt und mit à + Infinitiv steht); près ist das unveränderliche Adverb/die Präposition der Nähe, das mit de steht, nicht mit à, daher ist „près à partir" ungrammatisch.
Qu'elle heure est-il ?
Quelle heure est-il ?
das Wort steht direkt vor dem Substantiv heure (feminin) und richtet sich danach: Es handelt sich also um den interrogativen Begleiter quelle, nicht um qu'elle (que + elle); der Ersatz durch qu'il hier („Qu'il heure est-il?") ergibt Unsinn, was bestätigt, dass der Begleiter nötig ist.
Ils son en retard.
Ils sont en retard.
das Pluralsubjekt ils erfordert das Verb être in der Form sont („sie sind"); son ist das Possessivpronomen im Singular („sein/ihr") und kann nicht als Verb fungieren, es kann also nicht auf ein Subjektpronomen wie ils folgen.
Ce soir, on va voir la télé.
Ce soir, on va regarder la télé.
Fernsehen ist eine absichtliche, andauernde Tätigkeit, bei der man die Aufmerksamkeit ausrichtet, was regarder erfordert; voir beschreibt passive Wahrnehmung (das Bild erreicht einfach die Augen) und passt nicht zu einer geplanten Abendaktivität wie dieser.
S'est vrai, il c'est levé tard ce matin.
C'est vrai, il s'est levé tard ce matin.
« c'est » (ce + est) und « s'est » (se + est) klingen identisch, erfüllen aber nie dieselbe Funktion. « c'est » präsentiert oder identifiziert etwas und lässt sich durch « cela est » ersetzen (c'est vrai → cela est vrai). « s'est » ist das Reflexivpronomen se plus das Hilfsverb être in einem pronominalen passé composé, und darauf folgt immer ein Partizip Perfekt, mit einem Subjekt davor (il s'est levé). Test: Folgt ein Partizip Perfekt und wirkt das Subjekt auf sich selbst ein, schreiben Sie s'est; lässt sich « cela est » einsetzen, schreiben Sie c'est.
Ils on faim, alors on ont mangé une pizza.
Ils ont faim, alors on a mangé une pizza.
« on » und « ont » werden identisch ausgesprochen (/ɔ̃/), aber « on » ist das unpersönliche Subjektpronomen (« on mange à midi » = „man isst / wir essen mittags“), während « ont » die Form des Verbs avoir für die dritte Person Plural ist (ils ont faim = „sie haben Hunger“). Test: Lässt sich das Wort durch « avaient » (Imparfait von avoir) ersetzen, handelt es sich um das Verb ont; lässt es sich durch ein Subjekt wie « il » ersetzen, ist es das Pronomen on. Da on ein Subjekt ist, folgt darauf immer eine Verbform der dritten Person Singular (on a, on est, on mange) — die Folge « on ont » ist grammatisch unmöglich.
Je peu t'aider un peux, mais elle peu venir aussi.
Je peux t'aider un peu, mais elle peut venir aussi.
« peu », « peux » und « peut » werden alle /pø/ ausgesprochen, aber nur zwei davon sind Verbformen. « peu » ist ein Adverb mit der Bedeutung „wenig“ (un peu de, très peu) und lässt sich durch sein Gegenteil « beaucoup » ersetzen. « peux » (je peux, tu peux) und « peut » (il/elle/on peut) sind Formen des Verbs pouvoir und lassen sich durch « pouvait » (Imparfait) ersetzen, was bestätigt, dass es sich um Verben handelt. Test: Passt « beaucoup », schreiben Sie peu; passt « pouvait », schreiben Sie je nach Subjekt peux oder peut.
Il et parti et son frère est resté.
Il est parti et son frère est resté.
« et » und « est » klingen in schneller Sprache fast identisch, aber « et » ist die unveränderliche Konjunktion „und“ und « est » die dritte Person Singular des Verbs être („ist“). Test: Ersetzen Sie das Wort durch était (Imparfait von être) — funktioniert der Satz weiterhin, ist es est; lässt es sich durch « et puis » („und dann“) ersetzen, ist es et. In « Il et parti » drückt das erste Wort eine Verbbedeutung aus („war weg“), also muss es est sein: Il est parti.
Quand à moi, je viendrai qu'en tu voudras.
Quant à moi, je viendrai quand tu voudras.
« quand », « quant » und « qu'en » werden alle /kɑ̃/ ausgesprochen, haben aber unterschiedliche Funktionen. « quant » existiert nur in der festen Wendung quant à/aux („was … betrifft“); « quand » bedeutet „wenn/als“ (Konjunktion oder Fragewort); « qu'en » ist die Verschmelzung von que + en. Test: Folgt auf das Wort à oder aux, ist es quant; lässt es sich zu „que … de cela“ erweitern, ist es qu'en; sonst ist es quand. In « Quand à moi » folgt auf das Wort à, also muss es quant sein: Quant à moi. In « qu'en tu voudras » gibt es keine en-Pronomen-Bedeutung — es bedeutet einfach „wann du willst“, also muss es quand sein: quand tu voudras.
Ça voiture est en panne, sa m'énerve.
Sa voiture est en panne, ça m'énerve.
« sa » und « ça » werden beide /sa/ ausgesprochen, aber « sa » ist das feminine Possessivadjektiv Singular („sein/ihr“, immer vor einem femininen Substantiv: sa voiture) und « ça » ist das umgangssprachliche Pronomen für „das“ (Kurzform von cela: ça m'énerve). Test: Ersetzen Sie das Wort durch ma oder ta — funktioniert das, ist es sa; ersetzen Sie es durch cela — funktioniert das, ist es ça. In « Ça voiture » steht das Wort vor dem Substantiv voiture und drückt Besitz aus, also muss es sa sein: Sa voiture. In « sa m'énerve » steht das Wort allein als Subjekt von énerve und bedeutet „das“, also muss es ça sein: Ça m'énerve.
Actuellement, je suis d'accord avec toi.
En fait, je suis d'accord avec toi.
actuellement ist ein falscher Freund: Es bedeutet „derzeit, im Moment" (von actuel, „gegenwärtig"), nicht „actually" (eigentlich). Um eine Aussage zu korrigieren oder zu nuancieren, sagt man en fait oder à vrai dire. Wenn man wirklich „derzeit, gerade jetzt" meint, ist actuellement richtig: actuellement, il travaille à Lyon (er arbeitet derzeit in Lyon).
Quelque soit la raison, il refuse.
Quelle que soit la raison, il refuse.
Vor einer Konjunktivform von être im Sinne von „was auch immer … sein mag" verwendet das Französische die zweiteilige Form quel(le) que, wobei sich quel mit dem auf être folgenden Subjekt richtet: la raison ist feminin Singular, also quelle que soit la raison. Das einteilige quelque ist ein Determinant mit der Bedeutung „einige, ein wenig" und steht in dieser Konstruktion nie vor être. Test: Folgt ein Konjunktiv von être und muss quel sich mit einem Substantiv richten, ist es immer quel que (zwei Wörter).
Il à un chien et il va a Paris.
Il a un chien et il va à Paris.
Beide werden verwechselt, weil sie gleich klingen, aber es sind verschiedene Wörter. « a » (ohne Akzent) ist das Verb avoir (er/sie/es hat): il a un chien. « à » (Gravis) ist eine Präposition (zu, in, nach): il va à Paris. Die Regel: Ersetzen Sie das Wort gedanklich durch avait. Wenn « il avait un chien » noch funktioniert, schreiben Sie a (das Verb); andernfalls brauchen Sie die Präposition à.
Il ce lave et se livre est intéressant.
Il se lave et ce livre est intéressant.
« ce » und « se » klingen gleich, erfüllen aber nie dieselbe Funktion. « se » ist das Reflexivpronomen direkt vor einem konjugierten Verb (außer être), wenn das Subjekt auf sich selbst einwirkt: il se lave. « ce » ist ein Demonstrativ vor einem Substantiv (ce livre) oder vor être (c'est, ce sont). Die Regel: Ändern Sie das Subjekt. Wird aus « il se lave » ein « je me lave » (das Wörtchen ändert sich mit der Person), ist es das Reflexiv se; bleibt das Wort vor einem Substantiv oder vor être stehen, ist es ce.
Où tu veux du thé ou du café ?
Ou tu veux du thé ou du café ?
« ou » und « où » klingen gleich, bedeuten aber Verschiedenes. « ou » (ohne Akzent) ist die Konjunktion oder, die eine Wahl anbietet: thé ou café. « où » (Gravis) bedeutet wo (und nach einem Zeitwort wann): où vas-tu ?, le jour où. Die Regel: Ersetzen Sie das Wort durch « ou bien » (oder eben). Passt es, schreiben Sie ou ohne Akzent; fragt der Satz wirklich nach dem Ort (wo?), schreiben Sie où mit Akzent.
Aussprache
Il a achete une epee.
Il a acheté une épée.
Das Weglassen der Akzente verändert den Klang des Wortes, nicht nur sein Aussehen. Ohne den accent aigu wirken achete und epee, als müssten sie mit einem offenen e oder gar keinem Vokal gesprochen werden; das é in acheté und épée muss als geschlossenes /e/ ausgesprochen werden. Akzente gehören zur korrekten Rechtschreibung, sie sind keine optionale Verzierung: Il a acheté une épée.
Ils ont visité un vilage tranquile.
Ils ont visité un village tranquille.
Lernende lassen oft einen doppelten Konsonanten weg, weil das Französische einen verdoppelten Buchstaben meist als einen einzigen Laut ausspricht: village und tranquille klingen jeweils mit nur einem /l/. Aber in der Schrift muss der doppelte Buchstabe bleiben — er verändert nicht die Aussprache, nur die Schreibweise: village, tranquille.
Il est cinq heure.
Il est cinq heures.
Heure erhält ein Plural-s, sobald die Stundenzahl zwei oder mehr beträgt, und genau dieses End-s wird durch enchaînement/liaison auf das folgende Wort übertragen, was cinq heures seinen charakteristischen verbundenen /z/-Laut verleiht. Das Weglassen des -s (cinq heure) ist sowohl ein Rechtschreib- als auch ein Kongruenzfehler: Il est cinq heures.
La famile est arrivée hier.
La famille est arrivée hier.
Die Schreibung -ille nach einem Konsonanten wird mit dem Halbvokal /j/ plus einem kaum hörbaren i ausgesprochen, wie in famille /famij/ oder fille /fij/ — nicht wie ein einfaches englisches l. Lernende, die nach Gehör schreiben, lassen manchmal ein l weg, doch das doppelte ll gehört zur Gruppe -ille, die diesen /j/-Laut erzeugt: famille.
Il a vingt-t-ans.
Il a vingt ans.
Vingt verbindet sich mit einem folgenden Vokal durch eine Liaison mit /t/, sodass vingt ans etwa „vin-tan“ ausgesprochen wird. Wenn Lernende dieses /t/ hören, schreiben sie es manchmal als zusätzlichen Buchstaben, aber die Liaison wird gesprochen, niemals geschrieben: Die Schreibweise bleibt vingt ans, der Verbindungslaut existiert nur mündlich.
Il est inpatient et la lampe est inportante.
Il est impatient et la lampe est importante.
Ein Nasalvokal wird als Vokal plus m oder n geschrieben, aber vor den Buchstaben b und p wechselt die französische Rechtschreibung den Nasalkonsonanten zu m, auch wenn der Laut derselbe Nasalvokal bleibt. Das Präfix in- wird also vor patient und portante zu im-: impatient, importante.
Le farmacien travaille à la farmacie.
Le pharmacien travaille à la pharmacie.
Lernende schreiben den /f/-Laut manchmal mit f, weil er so klingt, aber das Französische behält das historische Digraph ph = /f/ in Wörtern griechischen Ursprungs wie pharmacien und pharmacie bei. Der Laut in farmacien stimmt, aber die Schreibweise ist falsch: pharmacien, pharmacie.
Ils manges beaucoup.
Ils mangent beaucoup.
Die Endung der dritten Person Plural -ent ist stumm: ils mangent wird genau wie ils mange ausgesprochen, ohne zusätzlichen Laut für -ent. Da sie sie nicht hören, schreiben Lernende manchmal ein wie im Singular aussehendes -es oder lassen die Endung ganz weg, doch die Schreibweise -ent muss bleiben, um die Pluralform des Verbs zu kennzeichnen: ils mangent.
Tu as vou le film ?
Tu as vu le film ?
Viele Lernende können den Unterschied zwischen dem gerundeten vorderen Vokal /y/ (geschrieben u, wie in vu) und dem hinteren Vokal /u/ (geschrieben ou, wie in vous) noch nicht hören und schreiben deshalb ou für einen /y/-Laut, den sie als ähnlich wahrnehmen. Vu (gesehen, von voir) und vous (Sie/ihr) sind verschiedene Wörter: Tu as vu le film ?
Je aime le école.
J'aime l'école.
Die Elision ist Pflicht, nicht freiwillig. Kurze Wörter wie je, le, la, de, ne, que, me, te, se und ce müssen ihren Endvokal vor einem Wort verlieren, das mit einem Vokal (oder stummem h) beginnt, und die Lücke wird mit einem Apostroph geschlossen: je + aime → j'aime, le + école → l'école. Die vollen Formen stehen zu lassen (je aime, le école) ist ein klarer Fehler in Schrift und Aussprache; beide Vokale werden nie zusammen gesprochen.
l'haricot, les‿haricots /lezaʁiko/
le haricot, les haricots /le aʁiko/
Ein aspiriertes h (h aspiré) ist stumm wie jedes französische h, blockiert aber Elision und Liaison: Das Wort verhält sich, als begänne es mit einem Konsonanten. Wörter wie le haricot, la honte, le héros und le hibou behalten daher den vollen Artikel (ohne Apostroph) und nehmen im Plural keine /z/-Bindung: les haricots heißt /le aʁiko/, nicht /lezaʁiko/. Ein h aspiré wie ein stummes h zu behandeln — l'haricot zu schreiben oder les‿haricots zu binden — ist ein häufiger Fehler; diese Wörter lernt man einzeln (Wörterbücher kennzeichnen sie).
un homme et‿une femme /ɛ̃nɔm e‿tyn fam/
un homme et une femme /ɛ̃nɔm e yn fam/
Nach der Konjunktion et („und") ist die Liaison verboten. Zwar endet et auf ein normalerweise stummes -t, doch dieses -t wird nie an den folgenden Vokal gebunden: et une heißt /e yn/ mit klarer Trennung, nie /e‿tyn/. Lernende, die die Liaison übergeneralisieren, fügen hier oft ein falsches /t/ ein. Beachten Sie den Kontrast zu den umgebenden Pflicht-Liaisons: un homme heißt /ɛ̃nɔm/ (n gebunden), aber et une bleibt ungebunden.
Regional (Québec)
tout [tsu] / table [tsabl] (affricating before /u/ or /a/)
tout [tu] / table [tabl]; affrication only in tu [tsy], petit [pətsi], dire [dzir]
Lernende, die die Québecer Affrizierung bemerkt haben, wenden sie oft zu breit an und machen aus jedem /t/ und /d/ ein [ts] bzw. [dz]. Tatsächlich ist die Regel eng bedingt: /t/ und /d/ affrizieren nur vor den hohen VORDEREN Vokalen /i/ und /y/ (und den Halbvokalen /j/ und /ɥ/). Vor dem hohen HINTEREN Vokal /u/ geschieht das nicht, tout ist also [tu] und doux ist [du], nie [tsu] oder [dzu]. Vor /a, o, e, ɛ, ø/, vor Nasalvokalen oder vor einem Konsonanten bleiben sie ebenfalls einfach: table [tabl], donne [dɔn], deux [dø]. Ein schneller Test ist das Minimalpaar tu [tsy] vs. tout [tu]: Ist der Vokal das vordere gerundete /y/, wird affriziert; ist es das hintere /u/, nicht. Übermäßige Affrizierung ist selbst ein verräterischer Fehler nicht muttersprachlicher Sprecher.
J'ai appliqué pour la job hier.
J'ai postulé pour l'emploi hier. / J'ai posé ma candidature hier.
Appliquer pour (un emploi) ist eine Lehnübersetzung des englischen to apply for; im Standardfranzösischen bedeutet appliquer aber nicht sich bewerben. Die üblichen Verben sind postuler (à / pour un poste) oder poser sa candidature. Für Englischsprachige in Québec ist die Falle doppelt: Sie übertragen die englische Struktur auf appliquer und greifen zugleich zur umgangssprachlichen Entlehnung la job, wo ein neutraler oder formeller Kontext un emploi oder un poste verlangt. Die Entlehnung la job existiert in der lockeren Québecer Umgangssprache, doch schriftlich oder in jedem formellen Rahmen erwartet man postuler à un poste bzw. poser sa candidature à un emploi. (Hinweis: appliquer une crème oder appliquer une règle im Sinne von auftragen / anwenden ist völlig korrektes Französisch; nur die Bedeutung sich auf eine Stelle bewerben ist der Calque.)
J'ai tombé en descendant l'escalier.
Je suis tombé en descendant l'escalier.
Avoir mit tomber zu verwenden (j'ai tombé) ist ein Merkmal des informellen gesprochenen Québec-Französisch, neben Formen wie nous autres oder der Fragepartikel -tu — es ist ein echtes regionales Muster, nicht einfach falsch in der gesprochenen Sprache. Im geschriebenen Standardfranzösisch sowie im formellen québecischen Schriftgebrauch nimmt tomber jedoch weiterhin être wie andere Bewegungsverben: Je suis tombé en descendant l'escalier.
Y fait frette à matin, j'vais mettre ma tuque.
Il fait très froid ce matin, je vais mettre ma tuque.
Y fait frette à matin spiegelt eine authentische, lockere québecische Aussprache und Ausdrucksweise wider (y für il, frette für très froid, à matin für ce matin) — das ist kein Fehler im Gespräch unter Freunden, und tuque selbst ist ein standardmäßiges québecisches Wort für eine Wintermütze, in jedem Register in Ordnung. Der Fehler besteht darin, dieses Bündel sehr informeller Formen in einem förmlichen Brief oder Bericht zu verwenden, wo die Standardformen erwartet werden: Il fait très froid ce matin, je vais mettre ma tuque.
J'ai laissé mes gosses à la garderie.
J'ai laissé mes enfants à la garderie.
Gosses bedeutet im Französisch Frankreichs „Kinder“, aber im Québec-Französisch ist das Wort ein umgangssprachlicher Ausdruck für Hoden — ein falscher Freund innerhalb des Französischen selbst. Ein Sprecher aus Frankreich, der gosses verwendet, um über seine Kinder in Québec zu sprechen, sorgt für Verwirrung oder Peinlichkeit; man verwendet stattdessen enfants: J'ai laissé mes enfants à la garderie.
Chu ben tanné de c'te job-là.
Je suis très fatigué de cet emploi.
Das Québec-Französisch reicht vom formellen Gebrauch bis zur sehr informellen Umgangssprache namens joual; chu ben tanné de c'te job-là ist authentisches, alltägliches joual, kein Fehler an sich. Der Fehler des Lernenden betrifft das Register, nicht die regionale Form: Dieser Satz gehört nicht in formelle Schrift- oder Redesprache, wo das Standardregister verlangt wird: Je suis très fatigué de cet emploi.
Vous venez-tu avec nous, madame ?
Venez-vous avec nous, madame ?
Die Fragepartikel -tu ist ein Merkmal des sehr informellen, umgangssprachlichen Québec-Französisch und wird frei mit jedem Subjekt kombiniert (Tu viens-tu ?, C'est-tu loin ?) — sie ist nicht wörtlich an das Pronomen tu gebunden. Der Fehler hier ist ein Registerfehler: Diese informelle Partikel mit dem höflichen vous und der respektvollen Anrede madame zu kombinieren wirkt unpassend. In einem höflichen oder förmlichen Austausch verwendet man stattdessen die einfache Inversion oder est-ce que: Venez-vous avec nous, madame ?