Conditionnel présent (Konditional)
Zusammenfassung
Das Conditionnel présent drückt aus, was geschehen würde, sowie höfliche Bitten und Hypothesen, und wird aus dem Futurstamm mit den Imparfait-Endungen -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient gebildet.
Erklärung
Das Conditionnel présent ist die französische Entsprechung des englischen „would + Verb“. Man verwendet es für hypothetische oder vorgestellte Ergebnisse (in deinen Träumen, unter bestimmten Bedingungen), für höfliche Bitten und abgemilderte Aussagen (je voudrais, pourriez-vous) und für die Zukunft aus einer vergangenen Sicht in der indirekten Rede („he said he would come“ → il a dit qu'il viendrait).
Seine Bildung kombiniert geschickt zwei Tempora, die du bereits kennst: Es baut auf genau demselben Stamm wie das Futur simple auf (dem Infinitiv oder dem unregelmäßigen Futurstamm), nimmt aber die Endungen des Imparfait, nämlich -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient. So ergibt parler je parlerais, nous parlerions, und die unregelmäßigen Stämme werden unverändert übernommen: être → je serais, avoir → j'aurais, aller → j'irais, faire → je ferais, venir → je viendrais.
Da Konditional und Futur einen Stamm teilen, unterscheiden sich die beiden Formen nur durch einen geschriebenen Buchstaben und einen feinen Vokal: je parlerai (Futur, „I will speak“) gegenüber je parlerais (Konditional, „I would speak“). In sorgfältiger Aussprache unterscheiden sich die Endungen leicht, doch Lernende müssen sich vor allem auf Kontext und Schreibung verlassen, um sie auseinanderzuhalten, da die Singularformen des Konditionals auch die Imparfait-Endungen widerspiegeln.
Eine zentrale Verwendung ist der si-Satz (der Bedingungssatz) vom irrealen oder hypothetischen Typ: Die Struktur lautet si + Imparfait in der Bedingung und Conditionnel présent im Ergebnis. Si j'avais le temps, je voyagerais („If I had the time, I would travel“). Die Reihenfolge kann umgekehrt werden, doch die Tempuskombination bleibt fest.
Der häufigste und am stärksten stigmatisierte Fehler ist, das Konditional in den si-Satz selbst zu setzen (*si j'aurais le temps). Im Standardfranzösischen nimmt der si-Satz dieses Typs niemals das Konditional; er nimmt das Imparfait, und das Konditional bleibt im Hauptsatz. Eine zweite Falle ist, das Konditional wegen des gemeinsamen Stammes mit dem Futur zu verwechseln.
Faustregel: Nimm den Futurstamm und füge die Imparfait-Endungen an; verwende das Konditional für „would“, für Höflichkeit und als Ergebnis eines si + Imparfait-Satzes — und lass das Konditional niemals in den si-Satz rutschen.
Beispiele
Je voudrais un café, s'il vous plaît. — Ich hätte gern einen Kaffee, bitte. (Der Konditional mildert die Bitte; höflicher als je veux.)
Si j'avais le temps, je voyagerais davantage. — Wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr reisen. (si + Imparfait im Bedingungssatz, Konditional im Hauptsatz.)
Pourriez-vous m'aider, s'il vous plaît ? — Könnten Sie mir bitte helfen? (pouvoir behält seinen unregelmäßigen Futurstamm pourr-.)
Il a dit qu'il viendrait demain. — Er sagte, er würde morgen kommen. (Zukunft in der Vergangenheit in der indirekten Rede; venir → viendr-.)
À ta place, je ne ferais pas ça. — An deiner Stelle würde ich das nicht tun. (Hypothetischer Rat; faire → fer-.)
Häufige Fehler
Si j'aurais le temps, je voyagerais.
Si j'avais le temps, je voyagerais.
Nach si, das eine Hypothese einleitet, verwendet das Französische das Imparfait, niemals das Konditional. Das Konditional steht nur im Hauptsatz (dem Ergebnis): Si j'avais le temps (Imparfait), je voyagerais (Konditional). Das Konditional in den si-Satz zu setzen (*si j'aurais) ist ein sehr häufiger Fehler und gilt im Standardfranzösischen als falsch. Merke die Abfolge: si + Imparfait → Conditionnel présent.
Voraussetzungen
Verwandte Regeln
conditionalmoodsi-clausespoliteness