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Grammatik & Gebrauch / Konjugation

Imparfait (Vergangenheit der Beschreibung)

Niveaus: A2

Zusammenfassung

Das Imparfait ist ein Vergangenheitstempus für Beschreibungen, Gewohnheiten und andauernde Hintergrundhandlungen und wird aus dem nous-Stamm des Präsens plus den Endungen -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient gebildet.

Erklärung

Das Imparfait ist eines der beiden wichtigsten Vergangenheitstempora. Statt ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis zu berichten, beschreibt es, wie die Dinge waren: Es drückt Beschreibungen und Zustände aus (il faisait beau), gewohnheitsmäßige oder wiederholte Handlungen der Vergangenheit (je jouais souvent) sowie laufende Handlungen, die den Hintergrund einer Erzählung bilden (je dormais quand le téléphone a sonné).

Seine Bildung ist bemerkenswert regelmäßig. Man nimmt die nous-Form des Präsens, entfernt die Endung -ons, um den Stamm zu erhalten, und hängt an jedes Verb dieselben Endungen an: -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient. Aus nous parlons wird je parlais, nous parlions; aus nous finissons (mit -iss-) wird je finissais; aus nous prenons wird je prenais. Da der Stamm von nous kommt, folgen sogar die meisten unregelmäßigen Verben diesem Muster mühelos.

Es gibt im Grunde nur einen unregelmäßigen Stamm: être mit dem Stamm ét- (j'étais, tu étais, il était, nous étions, vous étiez, ils étaient). Verben auf -cer und -ger behalten ihre Rechtschreibänderung vor den mit a beginnenden Endungen: Aus -c wird ç und aus -g wird ge, daher je commençais und je mangeais, doch bei nous und vous kehrt die reguläre Schreibung zurück (nous commencions, vous mangiez).

Zwei Endungen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil man sie leicht überhört oder falsch schreibt. Die Endungen von je/tu/il (-ais, -ais, -ait) klingen gleich, während die von nous und vous (-ions, -iez) ein i tragen, das auch in den Präsensformen einiger Verben vorkommt, sodass nous finissions und vous étudiiez überraschend aussehen können, aber korrekt sind.

Die größte Falle ist, abgesehen vom falschen Stamm, die ständige Spannung mit dem Passé composé. In einer Erzählung malt das Imparfait die Szene und das Passé composé berichtet die Ereignisse, die sie voranbringen: il pleuvait (Hintergrund, Imparfait) et soudain la voiture s'est arrêtée (Ereignis, Passé composé). Das eine statt des anderen zu wählen verschiebt die Perspektive auf dieselben Tatsachen.

Faustregel: Bilde das Imparfait aus dem nous-Präsensstamm plus den festen Endungen (nur être ist unregelmäßig) und greife dazu, wann immer du beschreiben, eine Szene aufbauen oder davon sprechen willst, was früher geschah, und behalte das Passé composé für die abgeschlossenen Ereignisse vor.

Beispiele

Quand j'étais petit, je jouais au foot tous les jours.Als ich klein war, spielte ich jeden Tag Fußball. (Gewohnheit in der Vergangenheit; être hat als einziges einen unregelmäßigen Stamm (étais).)

Il pleuvait et nous regardions la télévision.Es regnete und wir sahen fern. (Zwei laufende Hintergrundhandlungen.)

Nous mangions souvent chez nos grands-parents le dimanche.Sonntags aßen wir oft bei unseren Großeltern. (manger behält das e vor -ions nur in 1s/2s/3s/3p; hier nous mangions.)

La maison était grande et le jardin sentait bon.Das Haus war groß und der Garten roch gut. (Beschreibung eines vergangenen Rahmens.)

Je finissais mon travail quand tu as appelé.Ich beendete gerade meine Arbeit, als du anriefst. (Imparfait (Hintergrund), unterbrochen von einem Ereignis im Passé composé.)

Häufige Fehler

Falsch: Nous finisions nos devoirs.

Richtig: Nous finissions nos devoirs.

Das Imparfait wird auf dem nous-Stamm des Präsens gebildet, nicht auf dem Infinitiv. Bei finir ergibt nous finissons den Stamm finiss-, daher behalten alle Imparfait-Formen das -iss-: je finissais, nous finissions. Lässt man es weg (finisions), benutzt man den falschen Stamm. Faustregel: nous im Präsens konjugieren, -ons entfernen und die Imparfait-Endungen anhängen.

Voraussetzungen

Verwandte Regeln

past-tenseimperfectverb-endings