Impératif (Imperativ)
Zusammenfassung
Der Imperativ ist der Modus zum Erteilen von Befehlen, Anweisungen und Ratschlägen; es gibt ihn nur in den Formen tu, nous und vous, er hat kein Subjektpronomen und stellt im bejahten Befehl die Objektpronomen nach das Verb.
Erklärung
Der Impératif ist der Modus zum Erteilen von Befehlen, Anweisungen, Bitten und Vorschlägen. Anders als andere Modi hat er nur drei Personen — tu, nous und vous — und lässt das Subjektpronomen völlig weg: Parle ! (Sprich!), Parlons ! (Lasst uns sprechen!), Parlez ! (Sprechen Sie! / Sprecht!). Die nous-Form bedeutet typisch „lasst uns …“. Einen Imperativ für je oder il/ils gibt es nicht.
Die Bildung beruht auf dem Präsens Indikativ. Bei den meisten Verben nimmt man die Präsensformen tu, nous und vous und entfernt das Pronomen: finir ergibt finis, finissons, finissez; prendre ergibt prends, prenons, prenez. Die einzige regelmäßige Anpassung betrifft die -er-Verben (und aller): Die tu-Form verliert ihr End-s, sodass tu parles zu Parle ! und tu vas zu Va ! wird. Dieses -s erscheint vor den Pronomen y und en aus Ausspracheründen wieder: Vas-y !, Manges-en !.
Wann wird er verwendet? Überall, wo Anweisungen gegeben werden: Rezepte (Mélangez les œufs), Wegbeschreibungen (Tournez à gauche), Ratschläge (Repose-toi), Schilder und Warnungen (N'entrez pas) und höfliche, mit s'il te/vous plaît abgemilderte Bitten. Da er sehr direkt ist, dient die vous-Form zugleich als Höflichkeitsimperativ, und das Französische bevorzugt in sehr formellen Kontexten oft eine sanftere Wendung (Pourriez-vous… ?).
Die Stellung der Pronomen ist die Hauptfalle, denn sie unterscheidet sich zwischen bejahtem und verneintem Befehl. Im bejahten stehen die Objektpronomen nach dem Verb und werden mit Bindestrichen angehängt, und die schwachen Formen me und te werden zu den betonten moi und toi: Donne-le-moi !, Lève-toi !. Im verneinten kehren die Pronomen an ihre gewöhnliche Stelle vor das Verb zurück und werden wieder zu me/te: Ne me le donne pas !, Ne te lève pas !. Einige Verben sind unregelmäßig: être (sois, soyons, soyez), avoir (aie, ayons, ayez), savoir (sache, sachons, sachez) und vouloir (veuillez, für höfliche Bitten).
Faustregel: Nehmen Sie die Präsensform tu/nous/vous, lassen Sie das Pronomen weg (und das End-s der -er-Verben), stellen Sie dann im bejahten Befehl die Objektpronomen mit Bindestrichen hinter das Verb und verwenden Sie moi/toi — im verneinten Befehl behalten Sie jedoch die normale Stellung vor dem Verb mit me/te bei.
Beispiele
Ferme la porte, s'il te plaît. — Mach bitte die Tür zu. (-er-Verb: Die tu-Form verliert ihr -s (ferme).)
Ne sois pas en retard ! — Komm nicht zu spät! (Sois ist der unregelmäßige tu-Imperativ von être.)
Donne-le-moi ! — Gib es mir! (Bejaht: Die Pronomen folgen dem Verb, und me wird zu moi.)
Ne me le donne pas ! — Gib es mir nicht! (Verneint: Die Pronomen stehen wieder vor dem Verb und werden wieder zu me.)
Vas-y, finissons ce travail ! — Los, lass uns diese Arbeit beenden! (Va bekommt sein -s vor y zurück (Vas-y); finissons ist die nous-Form der Aufforderung.)
Häufige Fehler
Me donne le livre !
Donne-le-moi !
Im bejahten Imperativ stehen die Objektpronomen nach dem Verb, mit Bindestrichen verbunden, und me/te werden zu moi/toi: Donne-le-moi ! Das Pronomen vor das Verb zu stellen ("Me donne le livre") gehört zum verneinten Satz bzw. zum Indikativ und ist hier falsch. Im bejahten Imperativ lautet die Reihenfolge Verb + direktes Objekt + indirektes Objekt (le vor moi).
Voraussetzungen
Verwandte Regeln
moodimperativecommandspronoun-placement