Das Pronomen y
Zusammenfassung
Das Pronomen y ersetzt eine Ortsangabe oder einen mit à eingeleiteten Ausdruck, der sich auf eine Sache bezieht; es steht vor dem Verb und wird nie für eine Person verwendet.
Erklärung
Das kleine Wort y hat zwei eng verwandte Aufgaben. Erstens ersetzt es einen Ort: Jede Ortsangabe, die mit einer Präposition wie à, dans, sur, en oder chez eingeleitet wird, kann durch y im Sinne von 'dort/dorthin' ersetzt werden. Tu vas à la bibliothèque? — Oui, j'y vais (ja, ich gehe dorthin). So muss man die ganze Ortsangabe nicht wiederholen.
Zweitens ersetzt y à + eine Sache bei Verben, die mit der Präposition à konstruiert werden: penser à (denken an), répondre à (antworten auf), réfléchir à (nachdenken über), s'intéresser à (sich interessieren für), participer à (teilnehmen an). Tu penses à ton examen? — J'y pense (ich denke daran). Hier steht y für die ganze à-Wendung, die sich auf eine Sache oder Idee bezieht, nicht auf einen Ort.
Die Stellung funktioniert wie bei den anderen Objektpronomen: y steht unmittelbar vor dem konjugierten Verb (j'y vais, nous y pensons) oder vor dem Infinitiv, falls vorhanden (je vais y aller, on doit y réfléchir). Im bejahten Imperativ folgt es dem Verb mit Bindestrich, und -er-Verben behalten ihr -s aus Lautgründen: vas-y! (los!), penses-y (denk daran).
Die entscheidende Grenze ist, dass y niemals à + eine Person ersetzt. Für Personen verwendet man y nicht; man nimmt entweder ein indirektes Objektpronomen (lui, leur) bei Verben, die eine Person als indirektes Objekt nehmen, oder bei Verben wie penser à und tenir à behält man die Präposition und verwendet ein betontes Pronomen: je pense à lui (ich denke an ihn), nicht « j'y pense », wenn eine Person gemeint ist. Also 'ich denke daran (an das Projekt)' = j'y pense, aber 'ich denke an sie' = je pense à elle.
Eine praktische Faustregel: Wenn du die Wendung durch das englische 'there' ersetzen kannst oder wenn das Verb mit à konstruiert ist und sich auf eine Sache/Idee bezieht, verwende y und setze es vor das Verb. Leitet à eine Person ein, halte inne — wechsle stattdessen zu lui/leur oder à + betontes Pronomen. Präge dir außerdem die beiden sehr häufigen festen Wendungen il y a (es gibt) und on y va / vas-y (los geht's) ein.
Beispiele
Tu vas à la bibliothèque ? Oui, j'y vais maintenant. — Gehst du in die Bibliothek? Ja, ich gehe jetzt hin. (y ersetzt den Ort „à la bibliothèque“ und bedeutet „dorthin/dort“.)
Tu penses à ton examen ? J'y pense tout le temps. — Denkst du an deine Prüfung? Ich denke ständig daran. (y steht für „à + eine Sache“; bei einer Person hieße es je pense à lui.)
Je vais y réfléchir ce soir. — Ich werde heute Abend darüber nachdenken. (Bei einem Infinitiv steht y vor dem Infinitiv réfléchir.)
Vas-y ! — Los! / Mach schon! (Bejahter Imperativ: y folgt dem Verb, und va erhält ein -s (vas-y).)
Il y a trois livres sur la table. — Es liegen drei Bücher auf dem Tisch. (Feste Wendung il y a = „es gibt“.)
Je pense à elle, pas à mon travail. — Ich denke an sie, nicht an meine Arbeit. (Bei einer Person bleibt à + betontes Pronomen (à elle); y ist hier ausgeschlossen.)
Häufige Fehler
Tu penses à ta sœur ? Oui, j'y pense.
Tu penses à ta sœur ? Oui, je pense à elle.
Das Pronomen y ersetzt à + eine Sache oder einen Ort, niemals à + eine Person. Bei penser à in Bezug auf eine Person behält man die Präposition und verwendet ein betontes Pronomen: « je pense à elle » (oder à lui / à eux). « j'y pense » über eine Person zu sagen ist falsch — y ist Sachen und Orten vorbehalten (j'y pense = ich denke daran, z. B. an das Projekt). Vergleiche « Tu vas à Paris ? J'y vais » (Ort, y ist korrekt).
Voraussetzungen
Verwandte Regeln
pronounsword-orderprepositions