a oder à
Zusammenfassung
a (ohne Akzent) ist das Verb avoir in der 3. Person (il a = er hat); à (Gravis) ist eine Präposition (zu, an, in); da es Homophone sind, ersetzt man das Wort zur Probe durch avait — funktioniert es noch, ist es das Verb a, sonst die Präposition à.
Erklärung
Diese beiden Wörtchen klingen genau gleich, gehören aber zu völlig verschiedenen Wortarten. A ohne Akzent ist ein Verb: die 3. Person Singular Präsens von avoir („haben“), wie in il a faim, elle a vingt ans, on a le temps. À mit Gravis ist eine Präposition, die Wörter verbindet und Ort, Richtung, Zeit, Zugehörigkeit oder Art kennzeichnet: je vais à Paris, à midi, une tasse à thé, c'est à moi.
Da der Akzent der einzige sichtbare Unterschied ist, verwechseln Lernende (und Muttersprachler) sie ständig. Die Lösung ist ein einziger, zuverlässiger Ersatztest: Ersetzen Sie das Wort durch avait, das Imperfekt von avoir. Ergibt der Satz noch Sinn, ist das Wort das Verb und wird a ohne Akzent geschrieben; wird er unsinnig, brauchen Sie die Präposition à.
Der Test in Aktion: In il a une voiture kann man il avait une voiture sagen, also ist es das Verb — man schreibt a. In il va à Paris kann man nicht „il va avait Paris“ sagen, also ist es die Präposition — man schreibt à. Dieselbe Logik trennt elle a froid (avait froid → Verb a) von elle pense à toi (kein avait → Präposition à).
Es hilft, die typischen Funktionen beider zu kennen. Das Verb a steht mit einem Subjekt (il, elle, on, ein Name) und meist einem Objekt oder einem idiomatischen Substantiv: a faim, a raison, a vingt ans, a une idée. Die Präposition à steht vor einem Ort, einem Zeitpunkt, einem indirekten Objekt oder einem Zweck-Infinitiv: à la maison, à huit heures, parler à un ami, une machine à laver.
Zwei Verfeinerungen sind wichtig. Erstens verschmilzt à sehr oft mit dem bestimmten Artikel: à + le = au, à + les = aux (je vais au cinéma, aux États-Unis); der avait-Test greift weiterhin, denn au/aux kann offensichtlich nicht das Verb sein. Zweitens behält die großgeschriebene Form am Satzanfang den Akzent — À demain ! —, also lassen Sie ihn nicht weg, nur weil es ein Großbuchstabe ist.
Die Regel in einer Zeile: Setzen Sie gedanklich avait ein. Funktioniert es → schreiben Sie a (Verb avoir); scheitert es → schreiben Sie à (Präposition). Beherrschen Sie diesen einen Test, verschwindet die Verwechslung a/à praktisch.
Beispiele
Elle a deux chats. — Sie hat zwei Katzen. (Verb avoir: elle avait deux chats funktioniert, also schreibt man a ohne Akzent.)
Nous allons à la plage. — Wir gehen an den Strand. (Präposition: avait passt nicht, also schreibt man à.)
Il a une réunion à quatorze heures. — Er hat um 14 Uhr eine Besprechung. (Beide Formen in einem Satz: a (= avait, Verb) und dann à (Zeitangabe, Präposition).)
Ce livre est à moi. — Dieses Buch gehört mir. (Präposition à zur Zugehörigkeit; avait ergibt hier keinen Sinn.)
À demain, elle a commencé son nouveau travail. — Bis morgen; sie hat ihre neue Stelle angefangen. (À behält seinen Akzent auch großgeschrieben am Satzanfang; a (= avait) ist das Verb.)
Häufige Fehler
Il à un chien et il va a Paris.
Il a un chien et il va à Paris.
Beide werden verwechselt, weil sie gleich klingen, aber es sind verschiedene Wörter. « a » (ohne Akzent) ist das Verb avoir (er/sie/es hat): il a un chien. « à » (Gravis) ist eine Präposition (zu, in, nach): il va à Paris. Die Regel: Ersetzen Sie das Wort gedanklich durch avait. Wenn « il avait un chien » noch funktioniert, schreiben Sie a (das Verb); andernfalls brauchen Sie die Präposition à.
Verwandte Regeln
homophonesspellingprepositions