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Grammatik & Gebrauch / Gebrauch

Verben mit vertauschten Rollen (manquer, plaire)

Niveaus: B1, B2

Zusammenfassung

Einige französische Verben vertauschen Subjekt und Objekt gegenüber dem Englischen. Bei manquer und plaire ist die erlebte Person oder Sache das SUBJEKT und der Erlebende ein indirektes Objekt (à / me te lui nous vous leur): « Tu me manques » = ich vermisse dich; « Ce livre me plaît » = das Buch gefällt mir / ich mag es. Dasselbe Muster steuert il me reste und il me faut. Die große Falle: « je te manque » heißt in Wahrheit „du vermisst mich“.

Erklärung

Eine kleine, aber sehr häufige Gruppe französischer Verben verteilt ihre Rollen anders als das Englische. Bei diesen „Erlebnisverben“ ist die erlebte Sache oder Person — die vermisst wird, die gefällt, die man braucht — das grammatische Subjekt, und der Erlebende ein indirektes Objekt, markiert durch à (oder die indirekten Pronomen me, te, lui, nous, vous, leur). Sie vom Englischen her rückwärts zu lesen ist der Schlüssel.

Der klassische Fall ist manquer im Sinne von „jemanden vermissen“. Die vermisste Person ist das SUBJEKT; die den Mangel empfindende Person ist das indirekte Objekt. « Tu me manques » heißt wörtlich „du fehlst mir“ — also „ich vermisse dich“. Ebenso « Mes parents me manquent » = „ich vermisse meine Eltern“, und « Est-ce que je te manque ? » = „vermisst du mich?“. Beachten Sie, dass sich das Verb nach der vermissten Person (dem Subjekt) richtet: manques bei tu, manquent bei mes parents.

Plaire („gefallen“) funktioniert genauso und ist die natürliche französische Art, „mögen“ auszudrücken. Was gefällt, ist das Subjekt; wem es gefällt, ist das indirekte Objekt: « Ce livre me plaît » = „das Buch gefällt mir / ich mag es“ (wörtlich „dieses Buch gefällt mir“), « Ces chaussures lui plaisent » = „ihm/ihr gefallen diese Schuhe“. Deshalb bedeutet die geläufige Reaktion « Ça me plaît » „das gefällt mir“, und « Ça t'a plu ? » „hat es dir gefallen?“.

Dasselbe Muster „à-me-te-lui“ liegt zwei sehr geläufigen unpersönlichen Ausdrücken zugrunde. Il me reste bedeutet „mir bleibt … (übrig)“ (« Il me reste dix euros » = „mir bleiben zehn Euro“, wörtlich „es bleibt mir zehn Euro“), und il me faut bedeutet „ich brauche“ (« Il me faut du temps » = „ich brauche Zeit“). In beiden ist das feste Subjekt il, die Menge oder Sache ist das, was bleibt oder gebraucht wird, und me/te/lui markiert die betroffene Person.

Der gefährliche Fehler ist die direkte Lehnübersetzung von „I miss you“. Lernende bilden « je te manque » und ordnen „I“ → je und „you“ → te zu. Doch dieser Satz bedeutet das Gegenteil — „du vermisst mich“ —, weil im Französischen je der Vermisste ist. Um „ich vermisse dich“ zu sagen, muss „you“ zum Subjekt und „I“ zum indirekten Objekt werden: « tu me manques ». Dies reflexartig zu vertauschen ist mit Abstand der häufigste Fehler bei diesen Verben.

Faustregel: Bilden Sie bei manquer und plaire den französischen Satz vom englischen Objekt aus. Nehmen Sie das, was das Englische Objekt nennt (die vermisste Person, die gefallende Sache), machen Sie es zum französischen Subjekt und gleichen das Verb daran an; nehmen Sie das englische Subjekt (den Erlebenden) und verwandeln Sie es in eine à-Gruppe oder ein indirektes Pronomen. Für „übrig haben“ und „brauchen“ greifen Sie zu den fertigen Fügungen il me reste und il me faut.

Beispiele

Tu me manques.Ich vermisse dich. (Die Rollen kehren sich um: tu ist das Subjekt (die vermisste Person), me die empfindende Person. Nicht „je te manque“.)

Mes amis me manquent beaucoup.Ich vermisse meine Freunde sehr. (Das Verb richtet sich nach dem Pluralsubjekt mes amis (manquent), nicht nach der empfindenden Person.)

Ce livre me plaît beaucoup.Dieses Buch gefällt mir sehr. (plaire: Die gefallende Sache (ce livre) ist das Subjekt; me nennt die Person, der sie gefällt.)

Est-ce que ce film t'a plu ?Hat dir dieser Film gefallen? (Vergangenheit von plaire: Subjekt ce film, indirektes Objekt te; Partizip plu.)

Il me reste vingt euros.Mir bleiben noch zwanzig Euro. (Unpersönliche Wendung il me reste + Menge = „mir bleibt/bleiben noch …“.)

Il me faut plus de temps pour finir.Ich brauche mehr Zeit, um fertig zu werden. (Unpersönliche Wendung il me faut + Substantiv = „ich brauche“.)

Häufige Fehler

Falsch: Je te manque. (intending: I miss you.)

Richtig: Tu me manques. (I miss you.)

Bei manquer im Sinne von „jemanden vermissen“ vertauscht das Französische die Rollen gegenüber dem Englischen. Die vermisste Person ist das grammatische SUBJEKT, und die vermissende Person ist ein indirektes Objekt (à + Nomen oder die Pronomen me, te, lui, nous, vous, leur). So bedeutet « Tu me manques » wörtlich „du fehlst mir“ = „ich vermisse dich“. Der Satz « Je te manque » ist völlig korrektes Französisch, heißt aber das Gegenteil: „du vermisst mich“. Ein verlässlicher Trick ist, vom Englischen her rückwärts zu bauen: Man nimmt das Objekt von „miss“ (you), macht es zum französischen Subjekt (tu), und das englische Subjekt (I) wird zum indirekten Pronomen (me): I miss you → tu me manques.

Voraussetzungen

Verwandte Regeln

experiencer-verbsindirect-objectmanquerplaire